Berlin (AFP) — Ein führender CSU-Politiker will gegen den Versand verschreibungspflichtiger Medikamente vorgehen. Ihr Verkauf über Supermärkte und Drogerien solle eingeschränkt werden, sagte der Gesundheitsexperte und Vizevorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Zöller, der "Berliner Zeitung". Er werde vorschlagen, "den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einzuschränken oder ganz zu verbieten". Die Arzneimittelsicherheit sei bei Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Drogerien gefährdet: "Die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und für den Patienten gefahrlosen Arzneimittelversorgung hat der Staat nicht ohne Grund den Apothekern übertragen."
Der CSU-Politiker kritisiert, eine Beratung der Patienten unterbleibe im Versandhandel ganz. Die derzeitige Rechtslage stelle das Apothekengesetz und die Betriebsordnung von Apotheken in Frage. So müssten die Betreiber von reinen Abholstellen für Medikamente nicht die gleichen Anforderungen erfüllen wie Apotheker: "Diese Ungleichbehandlung der niedergelassenen Apotheker droht auch die rechtliche Verbindlichkeit ihrer Betriebsordnungen aufzuweichen." Zöller kritisierte weiter, die generelle Freigabe von Arzneimitteln für den Versandhandel sei gar nicht notwendig gewesen. So unterscheide ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Dezember 2003 klar zwischen verschreibungspflichtigen und nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte erst im März entschieden, dass Drogeriemärkte Medikamente verkaufen dürfen. Bestellung und Abholung in der Drogerie seien zulässig, solange die Arzneien dort nicht direkt verkauft werden.
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