Verdi macht mit neuen Warnstreiks Druck bei Lufthansa

Frankfurt/Main (AFP) — Wegen neuer Lufthansa-Warnstreiks hat die Kranich-Airline mehrere nationale und internationale Flüge gestrichen. Acht Verbindungen von Düsseldorf nach Hamburg und Paris seien von den Arbeitsniederlegungen betroffen gewesen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Darüber hinaus habe es auf mehreren anderen Strecken Verspätungen gegeben. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fielen insgesamt zehn Flüge aus. Bei weiteren 30 Verbindungen sei es zu teils erheblichen Verspätungen gekommen, sagte ein Sprecher. Am Düsseldorfer Flughafen hätten rund 250 Mitarbeiter an den Check-In-Schaltern die Arbeit niedergelegt.

Am Mittag sollen nach Verdi-Angaben 300 Techniker in Frankfurt in den Ausstand treten. "In Frankfurt wird eine größere Zahl von Flugzeugen nicht abheben können, weil die Techniker vorübergehend die Wartung nicht übernehmen werden", sagte ein Verdi-Sprecher. Dadurch würden weitere internationale Flüge gestrichen. "Die Mitarbeiter sind sauer, weil die Gehälter im Management im Schnitt um 48 Prozent gestiegen sind, ihre Löhne jetzt aber nur um 3,4 Prozent steigen sollen", sagte der Sprecher. Bereits in der vergangenen Woche hatte Verdi mit Warnstreiks am Hamburger Flughafen versucht, Druck auf die Airline auszuüben.

Bei den aktuellen Tarifverhandlungen fordert Verdi insgesamt 9,8 Prozent mehr Lohn für die 60.000 Mitarbeiter der Airline. Das Unternehmen selbst hatte der Gewerkschaft zuletzt ein Gehaltsplus von 3,4 Prozent für das Boden- und Kabinenpersonal bis Juni 2009 angeboten. Danach sollen weitere 2,1 Prozent bis Ende 2009 hinzukommen. Daneben bietet die Fluglinie eine Einmalzahlung in Höhe von 2,6 Prozent eines Jahresverdienstes an. Ab Dienstag kommender Woche verhandeln Verdi und Lufthansa erneut über die Löhne der 60.000 Mitarbeiter.