Jamaikaner Bolt holt mit Weltrekord auch Gold über 200 Meter

Peking (AFP) — Sprinter Usain Bolt aus Jamaika hat bei den Olympischen Spielen in Peking auch die 200-Meter-Konkurrenz mit Weltrekord gewonnen. Der 100-Meter-Olympiasieger, der bereits bei seinem Sieg im kurzen Sprint in 9,69 Sekunden einen Weltrekord aufgestellt hatte, lief über die doppelte Distanz 19,30 Sekunden. Überschattet werden die Olympischen Spiele von einem spektakulären Dopingfall: Die Ukrainerin Ludmilla Blonska als Silbermedaillen-Gewinnerin im Siebenkampf wurde in der A-Probe positiv auf ein anaboles Steroid getestet.

Bolt, der am Donnerstag gerade einmal 22 Jahre alt wird, unterbot mit seinem Weltrekord die alte Bestmarke des Amerikaners Michael Johnson (19,32), die dieser bei den Spielen 1996 in Atlanta aufgestellt hatte, um zwei Hundertstelsekunden. Der letzte Doppel-Erfolg über 100 und 200 Meter war Carl Lewis 1984 in Los Angeles gelungen.

Der Zweitplatzierte Churandy Martina von den Niederländischen Antillen und der drittplatzierte Amerikaner Wallace Spearman wurden von der Jury des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) nachträglich disqualifiziert, weil sie regelwidrig die Markierung ihrer Laufbahnen übertreten hatten. Damit rückten der zunächst viertplatzierte Shawn Crawford aus den USA auf den Silber- und sein Teamkollege Walter Dix auf den Bronzerang.

Laut Lamine Diack, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, handelt es sich bei der bei Blonska festgestellten Substanz um Methyltestosteron. Die IOC-Disziplinarkommission unter Vizepräsident Thomas Bach will am Donnerstag über eine Disqualifikation entscheiden. Blonska ist damit der fünfte Doping-Fall in Peking. Die 30-Jährige steht nach einem ersten positiven Test 2003 nun vor einer lebenslangen Sperre.

Die deutschen Hockey-Damen verpassten das Endspiel bei den Olympischen Spielen. Die Auswahl von Bundestrainer Michael Behrmann unterlag im Halbfinale Gastgeber China mit 2:3 (1:1) und musste damit ihren Traum von der zweiten Goldmedaille vier Jahre nach dem ersten Olympiasieg 2004 begraben. Europameister Deutschland spielt nun am Freitag im "kleinen Finale" um die Bronzemedaille.

Beim Hammerwurf scheiterte Weltmeisterin Betty Heidler von der LG Frankfurt schon im Vorkampf. Olympiasiegerin wurde mit 76,34 m die Weltranglisten-Erste Aksana Menkowa aus Weißrussland. Yipsi Moreno (Kuba/75,20) holte Silber und verwies Wenxiu Zhang (74,32), die die erste Leichtathletik-Medaille für Gastgeber China im "Vogelnest" holte, auf den Bronzerang.

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