Rom (AFP) — Der verstorbene italienische Tenor ist in der Kathedrale seiner Heimatstadt Modena aufgebahrt worden. Der Sarg des Sängers wurde unter Applaus der dort versammelten Menschen in die romanische Kirche der Stadt getragen. Rund tausend Bewunderer und Neugierige drängten sich vor der Kirche, um einen letzten Blick auf den weltberühmten Sänger zu erhaschen, der am Donnerstagmorgen im Alter von 71 Jahren einem Krebsleiden erlegen war. Pavarottis Frau Nicoletta begleitete den Sarg schluchzend.
"Modena hat sich mit Pavarotti identifiziert, er hat diese Stadt mit seiner außergewöhnlichen Stimme in der ganzen Welt bekannt gemacht. Seine Fähigkeit, Gefühle auszudrücken, war einmalig", sagte Bürgermeister Giorgio Pighi. Er kündigte an, Regierungschef Romano Prodi werde an der Beisetzung am Samstag um 14.00 Uhr teilnehmen. Nur Stunden nach der Nachricht vom Tode Pavarottis erschien die Lokalzeitung "Il Resto del Carlino" mit der Schlagzeile "Addio Maestro".
Im Juli 2006 war Pavarotti wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden, seitdem war er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Er hatte sich fünf Chemotherapien unterziehen müssen. Am 8. August war der Sänger mit Fieber in die Universitätsklinik von Modena eingewiesen worden. Ende des Monats wurde er entlassen und sollte sich zu Hause erholen. In der Nacht dann verschlechterte sich sein Zustand aber rapide.
Pavarotti kam 1935 als Sohn eines Bäckers im norditalienischen Modena zur Welt. Die Liebe des Vaters zur Oper trug dazu bei, dass sich der Sohn für die Musik als Beruf entschied - auch wenn er bis zum Schluss nicht lernte, Notenpartien vollständig zu lesen. Schon bald trat er in den Opernhäusern in aller Welt auf, zu seinen Gesangspartnerinnen zählten weltberühmte Sopranistinnen wie Joan Sutherland, Montserrat Caballé und Kiri Te Kanawa.
Kollegen, mit denen Pavarotti über Jahre hinweg immer wieder auftrat, würdigten seine außergewöhnliche Aura. "Wir sollten uns an ihn erinnern als den großen Künstler, der er war, als einen Mann mit wunderbarem Charisma", sagte Startenor José Carreras. Auch zahlreiche Politiker würdigten Pavarottis Werk. Über der Wiener Staatsoper und dem Salzburger Festspielhaus wehten schwarze Trauerfahnen.
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