SPD-Europaabgeordneter fordert Aufklärung über Nokia-Verlagerung

Straßburg (AFP) — Der Vorsitzende der sozialistischen Fraktion im Europaparlament, Martin Schulz (SPD), hat Auskunft über etwaige Zuschüsse aus Brüssel für die geplante Verlagerung des Nokia-Werks aus Bochum in andere europäische Länder verlangt. Der SPD-Politiker forderte am Mittwoch im Straßburger Europaparlament den Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso, auf, entsprechenden Vorwürfen nachzugehen. Er wisse nicht, ob diese Vorhaltungen berechtigt seien, sagte Schulz. Sollte dies aber der Fall sein, wäre das "Wasser auf die Mühlen der Euroskeptiker".

Der weltgrößte Handyhersteller hatte am Dienstag mitgeteilt, er werde seine Handy-Produktion in Deutschland einstellen und die Produktion unter anderem nach Ungarn und Rumänien verlagern. Als Grund nannte das Unternehmen fehlende Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Arbeitskosten und ein "generell hohes Kosteniveau" in Deutschland. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) verwies daraufhin auf umfangreiche Subventionen, die Nokia erhalten habe.