Stärkster Anstieg der Produzentenpreise seit August 2006

Wiesbaden (AFP) — Die Preise der Produzenten in Deutschland sind im April so stark gestiegen wie seit gut anderthalb Jahren nicht mehr. Der Index der Erzeugerpreise lag im April 2008 um 5,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine höhere Jahresteuerungsrate hatte es demnach zuletzt im August 2006 mit einem Plus von 5,9 Prozent gegeben. Gegenüber März 2008 stiegen die durchschnittlichen Preise im April um 1,1 Prozent.

Die Erzeugerpreise sind die Preise, die Großhändler etwa an Landwirte und die Industrie zahlen. Sie wirken sich nicht eins zu eins auf die Verbraucherpreise aus, können diese aber beeinflussen.

Am stärksten machten sich bei den gestiegenen Erzeugerpreisen den Statistikern zufolge die Energiekosten bemerkbar. Sie stiegen im April 2008 im Jahresvergleich um 12,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise lediglich um 2,7 Prozent. Für Verbrauchsgüter lag die Jahresteuerungsrate im April 2008 bei 4,5 Prozent. Der höchste Preisanstieg in diesem Bereich war bei Ölen und Fetten zu beobachten, die fast 45 Prozent mehr kosteten als noch vor einem Jahr.

Milch und Milcherzeugnisse waren trotz anhaltender Preisrückgänge um 21 Prozent teurer als im April 2007, Käse und Quark um knapp 26 Prozent. Teigwaren waren gut 18 Prozent teurer als im April 2007, Backwaren ohne Dauerbackwaren um 7,4 Prozent.

Die gestiegenen Preise bei den Erzeugern erreichen zunächst den Großhandel, wenn auch nicht immer in vollem Maße. Dennoch hatte der Preisanstieg bei den Großhändlern im April 6,9 Prozent erreicht. Bei den Kunden kommen die Preissteigerungen nicht immer an, da es im deutschen Einzelhandel eine besonders ausgeprägte Konkurrenz gibt. So sank erst kürzlich wieder der Preis für Milch in den Supermärkten deutlich, obwohl die Bauern stetig steigende Erzeugerkosten beklagen. Höhere Preise etwa für Düngemittel können Obst, Gemüse, Getreide und Erzeugnisse allerdings auf mittlere Sicht teurer machen.

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