Zeitung: Schwere Panne bei elektronischen Pässen
Erfurt (AFP) — Bei den seit Anfang November eingeführten elektronischen Pässen hat es nach einem Bericht der Zeitung "Thüringer Allgemeine" (Mittwochsausgabe) erneut eine schwere Panne gegeben. Demnach verstoßen die in Meldebehörden eingesetzten Lesegeräte für elektronische Pässe gegen EU-Recht. Die Zeitung bezieht sich auf Angaben des Thüringer Datenschutzbeauftragten Harald Stauch, wonach Bürger mit den bundesweit eingesetzten Geräten nicht wie vorgeschrieben überprüfen können, ob alle ihre elektronischen Daten im Pass korrekt erfasst wurden.
Dem Bericht zufolge kann mit den in den Behörden aufgestellten Geräten der Bundesdruckerei nicht geprüft werden, ob die gespeicherten Fingerabdrücke eventuell verwechselt wurden. "Das kann bei Grenzkontrollen erhebliche Probleme bereiten, wenn erst dort festgestellt wird, dass die Abdrücke nicht identisch sind", sagte Stauch der Zeitung.
In dem neuen elektronischen Reisepass werden laut EU-Verordnung neben Name, Geburtsdatum, Wohnort und Körpermerkmalen auch biometrische Daten wie Gesichtsform und Fingerabdrücke auf einem Chip gespeichert. Brüssel schreibt zugleich vor, dass die Passbesitzer die Möglichkeit erhalten müssen, die im Pass gespeicherten Daten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

