Washington (AFP) — Mit einem Eklat hat im US-Gefangenenlager Guantanamo das Militärverfahren gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 begonnen. Der Hauptverdächtige Khalid Sheikh Mohammed entließ zu Beginn der Anhörung seine Verteidiger und forderte die Militärrichter auf, ihn zum Tode zu verurteilen. Auch der Mitangeklagte Walid bin Attash forderte, "durch die Hand" von US-Vertretern zu sterben. Zu den drei anderen Mitangeklagten zählte Ramzi Binalshibh, der der Hamburger Zelle um die Attentäter angehört haben soll.
Der aus Pakistan stammende Kuwaiter Mohammed gilt als Drahtzieher der Flugzeuganschläge in New York und Washington. "Ich will ein Märtyrer werden, das ist seit langer Zeit mein Wunsch", sagte Mohammed. Bereits in vorangegangenen Verhören hat er sich nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums selbst der Taten bezichtigt.
Es war das erste Mal seit Jahren, dass Mohammed in der Öffentlichkeit zu sehen war. Anders als auf Fotos von seiner Festnahme trug er einen langen Bart, er war sichtbar gealtert. Der Angeklagte Attash folgte in seiner Stellungnahme vor dem Richter den Ausführungen von Mohammed. "Ihr habt meinen jüngeren Bruder im Krieg getötet, und es ist mein Wunsch, durch Eure Hände zu sterben", sagte er vor dem Gericht. Attash erklärte, dass er das Gericht nicht anerkenne und sich ohne Hilfe eines Anwalts vertreten wolle.
Auch den drei weiteren Angeklagten sollte im Verlauf des Verhandlungstags noch Gelegenheit zu Stellungnahmen gegeben werden. Bei ihnen handelt es sich um den Jemeniten Binalshibh, den Saudiaraber Mustafa Ahmad al-Hawsawi und den Pakistener Ali Abd al-Aziz Ali, einen Neffen von Khalid Sheikh Mohammed.
Die Verdächtigen waren in den Jahren 2002 und 2003 von US-Ermittlern im Mittleren Osten aufgespürt und festgenommen worden. Zunächst wurden sie in Geheimgefängnissen des US-Geheimdiensts CIA festgehalten, 2006 wurden sie nach Guantanamo gebracht.
Für die militärrechtliche Aburteilung der Terrorverdächtigen wurden dort eigens so genannte Militärkommissionen, Sondertribunale der Armee, eingerichtet. Die Anklage lautet unter anderem auf Terrorismus, Verschwörung, Mord und Sachbeschädigung. Die Rechtmäßigkeit der Militärkommissionen ist in den USA juristisch umstritten: Vor ihnen besitzen Angeklagte und Verteidigung weniger Rechte als vor ordentlichen US-Gerichten.
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