München (AFP) — BMW will mit einer neuen Strategie in den kommenden fünf Jahren stark wachsen. Zu der grundlegenden Neuausrichtung gehört ein Ausbau der Modellpalette ebenso wie eine stärkere Ausrichtung auf umweltfreundliche Autos, wie BMW-Chef Norbert Reithofer in München sagte. Reithofer schloss auch den Aufbau einer vierten Marke neben BMW, Mini und Rolls-Royce nicht aus. "Wir halten uns bewusst noch Möglichkeiten offen." In den nächsten zwölf Monaten werde es keinen Zukauf geben. Es sei aber möglich, dass aus "interessanten Projekten" noch etwas gemacht werde.
BMW verkaufte im vergangenen Jahr 1,37 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Bis 2012 wolle der Autobauer 1,8 Millionen Stück absetzen, sagte Reithofer. Bei Motorrädern solle der Absatz um 50 Prozent auf 150.000 Stück pro Jahr steigen. Bis zum Jahr 2020 wolle BMW Marktführer in allen von dem Konzern bedienten Segmenten werden. Der Absatz an Autos solle dann bei über zwei Millionen liegen. Um auch die Profitabilität zu sichern, sollen die Investitionen je Auto sinken. BMW starte ab sofort ein Programm, mit dem bis 2012 rund sechs Milliarden Euro eingespart werden sollen, kündigte Reithofer an. Stellenstreichungen solle es aber nicht geben.
Zu den bis 2012 geplanten neuen Modellen gehören der BMW X1 sowie ein viertüriger Gran Turismo nach dem Vorbild einer in Shanghai vorgestellten Konzeptstudie CS. Frühere Pläne für ein so genanntes raumfunktionales Konzept - also eine Art Van - begrub die BMW-Spitze. Stattdessen soll ein neues Konzept einer großen Limousine entstehen. Außerdem ist ein kleiner Rolls Royce geplant. Reithofer sagte, BMW wolle auf Dauer nach neuen Käufermilieus streben. Dazu zählten "eindeutig" auch umweltbewusste Autokäufer.
Um Währungsrisiken durch die Abwertung des Dollar zu verringern, will BMW zudem seine Produktion im US-Werk Spartanburg von gut 160.000 auf 240.000 Stück pro Jahr steigern. Auch das Einkaufsvolumen im Dollarraum solle erhöht werden. Im Mini-Werk Oxford werde die Kapazität auf 260.000 Stück im Jahr erhöht, kündigte BMW an. In China werde die Kapazität von 30.000 auf 44.000 Autos gesteigert.
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