Paris (AFP) — Paris hat ein Drei-Sterne-Restaurant weniger: Der französische Restaurantführer Michelin erkannte dem "Grand Véfour" in der Nähe des Louvre einen der begehrten Sterne ab. Das gut 200 Jahre alte Restaurant am Palais Royal habe in den vergangenen eineinhalb Jahren "ganz eindeutig" keine Drei-Sterne-Qualität mehr serviert, begründeten die Herausgeber des "Roten Michelin" ihren Beschluss. Dafür hat jetzt die südfranzösische Hafenstadt Marseille ein Drei-Sterne-Restaurant.
Der Michelin nahm das in dritter Generation geführte Fischlokal "Le Petit Nice" in der Ausgabe für 2008 unter die 26 besten Lokale des Landes auf. Die französische Hauptstadt hat künftig "nur" noch neun Luxusrestaurants mit drei Sternen, nachdem der Michelin in den vergangenen beiden Jahren schon den Pariser Institutionen "Taillevent" und "Tour d'Argent" die höchste kulinarische Auszeichnung entzogen hatte. Der Küchenchef des "Grand Véfour", Guy Martin, hatte sich den dritten Stern erst vor acht Jahren verdient.
In Marseille nahm Küchenchef Gérald Passédat die Auszeichnung mit dem dritten Stern "mit unbändiger Freude" auf. Trotzdem sei dies "nur ein Anfang", betonte der 47-Jährige, der sich auf die Mittelmeerküche spezialisiert hat. Er könne sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen.
Insgesamt führt der "Rote Michelin" 3569 französische Restaurants auf. Immerhin 68 davon dürfen zwei Sterne führen, und 435 Restaurants haben einen Stern. Darunter ist seit neuestem auch das "Il Vino" im siebten Pariser Bezirk, das der Italiener Enrico Bernardo führt. 47 Lokale verloren dieses Jahr den einzigen Stern, den sie sich bislang erarbeitet hatten.
Während die meisten namhaften Köche nach den Michelin-Sternen streben, gaben in den vergangenen Jahren manche die Auszeichnung freiwillig zurück, weil ihnen der Druck zu groß wurde und sie wieder freier kochen wollten.
Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hatte vor gut einer Woche gefordert, die französische Küche solle in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen werde. "Wir haben die beste Gastronomie der Welt", sagte er.
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