Berlin (AFP) — Drei branchenübergreifende Kundenkarten und diverse Punkte-Sammel-Kärtchen für einzelne Ketten sind in Deutschland auf dem Markt. Die Anbieter versprechen den Verbrauchern satte Rabatte, Gutscheine und Sachprämien. Doch die bunten Plastikkärtchen lohnen sich nicht immer - und nicht für jeden, wie auch "Finanztest" in seiner aktuellen Ausgabe feststellt.
Welche Kundenkarten gibt es eigentlich?
Branchenübergreifend am weitesten verbreitet ist Payback: Seit 2000 auf dem Markt und nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung in rund zwei Dritteln aller Haushalte im Portemonnaie. Partner sind unter anderem die Aral-Tankstellen, die dm-Drogeriemärkte, Galeria Kaufhof oder Real. Im Folgejahr startete Happy Digits von Karstadt, Quelle, Kaiser's/Tengelmann und Deutscher Telekom. Die Karte ist in rund 42 Prozent der Haushalte im Einsatz. Seit diesem Jahr ist die Deutschlandcard zu haben, Partner sind unter anderem die Edeka-Märkte und Marktkauf-Warenhäuser, das Reiseunternehmen L'Tur und die Deutsche Bank. Zusätzlich haben einzelne Ketten Kundenkarten, die nur im jeweiligen Unternehmen gültig sind.
Was sind die Vorteile der Kundenkarten?
Verbraucher können bei jedem Einkauf Punkte sammeln und in Prämien, Gutscheine oder Bargeld umwandeln. Je nach Anzahl der gesammelten Punkte gibt es als Sachprämien etwa Zeitschriften-Abos, Reisegutscheine, DVDs oder Küchenzubehör. Ihr Punkte können die Kartenbesitzer aber auch für gute Zwecke spenden, zum Beispiel an SOS-Kinderdörfer. Außerdem bieten die Betreiber Kredit- oder Telefonkarten an und vergeben VIP-Karten für Konzerte.
Lohnt sich ein derartiges Bonusprogramm?
"Finanztest" kommt nach dem Test von rund zwei Dutzend Karten zu dem Schluss, dass die regelmäßige Ersparnis mit 0,5 bis drei Prozent eher mäßig ist - und sich die gesammelten Punkte ohnehin häufig nicht in Geld umrechnen lassen. Meist würden die Verbraucher mit Gutscheinen oder Sachprämien belohnt, eine Barauszahlung sei nur bei wenigen Anbietern möglich. Einen Sofort-Rabatt ohne Einschränkung bietet dem Test zufolge nur eine Baumarktkette. Hier zahlt der Käufer schon beim aktuellen Einkauf drei Prozent weniger. Bei Sachprämien raten Verbraucherschützer, sich zu überlegen, wieviel Geld vorab für die erforderliche Punktzahl ausgegeben werden muss.
Was passiert mit meinen Daten?
Wer eine Kundenkarte haben will, muss dem Anbieter in der Regel Name, Geburtsdatum und Anschrift nennen. Weitere persönliche Angaben wie Familienstand, Beruf oder Einkommen sind freiwillig. Wenn der Anbieter die Daten für Marktforschung und Werbung nutzen will, muss sich der Antragsteller damit einverstanden erklären. Auf der Karte werden Produktdaten und die erzielte Punktzahl gespeichert und an den Anbieter übermittelt. "Finanztest" weist aber darauf hin, dass nur bei rund der Hälfte der überprüften Karten die Datenschutzbedingungen "akzeptabel" seien.
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