Zigaretten sollen in Frankreich zehn Prozent teurer werden

Paris (AFP) — Die französische Regierung will offenbar Zigaretten erneut teurer machen. Dies solle rund 500 Millionen Euro in die Haushaltskasse spülen, berichtet die Tageszeitung "Le Parisien". Geplant sei eine Anhebung von zehn Prozent ab Januar. Der Zoll - der dem Haushaltsministerium untersteht - habe die Tabakhersteller diese Woche über den Plan informiert. Eine Preiserhöhung von zehn Prozent würde bei einem durchschnittlichen Preis von fünf Euro pro Schachtel etwa 50 Cent ausmachen.

Derzeit streiche der Staat in Form von Steuern 80 Prozent des Zigarettenpreises ein, hieß es im "Parisien". Das Haushaltsministerium wies Angaben der Zeitung zurück, es habe den Herstellern mit einer höheren Tabaksteuer gedroht, sollten diese nicht von sich aus die Preise erhöhen. Haushaltsminister Eric Woerth erklärte, die Tabakkonzerne setzten die Preise selber fest, das Ministerium übe keinen Druck auf sie aus.

Vor gut einem Jahr waren Zigaretten in Frankreich sechs Prozent teurer geworden. Im Kampf gegen den Lungenkrebs hatte die Regierung die Tabaksteuer 2003 deutlich erhöht. Der Hersteller British American Tobacco France lehnte eine weitere Preiserhöhung ab. Vielmehr sollten die Behörden das Problem des "Tabaktourismus" lösen, weil seit der massiven Preiserhöhung vor fünf Jahren viele Raucher über die Grenze führen, um Zigaretten zu kaufen.