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Auch die privaten Banken wollen zum Rettungspaket greifen

Frankfurt/Main (AFP) — Nach langem Zögern werden offenbar auch die privaten Banken bald zum Rettungspaket der Bundesregierung greifen. "In den nächsten vier bis fünf Tagen wird es eine ganze Reihe von Instituten geben, die die Hilfe in Anspruch nehmen werden", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). Offenbar wollen die Banken vor allem Kreditbürgschaften beantragen, aber keine Kapitalhilfen. Die Deutsche Bank betonte erneut, kein Kapital vom Staat zu brauchen, schloss aber eine Inanspruchnahme von Kreditbürgschaften nicht aus. Die Bank blieb im dritten Quartal in der Gewinnzone.

Wie die "Financial Times Deutschland" aus Regierungskreisen berichtete, wollten die Banken am Freitag nach Börsenschluss gemeinsam einen Antrag beim staatlichen Bankenrettungsfonds auf Garantien stellen. Ein wichtiger Grund sei, dass die Banken wegen der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hohe zusätzliche Beträge in den deutschen Einlagensicherungsfonds einzahlen müssten, der bei einer Bankpleite die Einlagen der Sparer garantiert.

Laut Steinbrück sind unter den Banken, die in den kommenden Tagen die Hilfen beantragen wollten, auch solche, die sich zuvor öffentlich anders geäußert hätten. Die Deutsche Bank etwa hatte ausgeschlossen, das Rettungspaket in Anspruch nehmen zu wollen. Bankchef Josef Ackermann soll auf einer internen Veranstaltung gesagt haben, er würde sich "schämen", Geld vom Staat zu nehmen. Nun deutet sich an, dass die Deutsche Bank zumindest gemeinsam mit anderen Banken die Kreditbürgschaften der Bundesregierung annehmen wird. Dabei bürgt der Staat mit 400 Milliarden Euro für ausgefallene Kredite zwischen den Banken.

Die Commerzbank teilte erneut mit, sie prüfe das Rettungspaket weiter. Auch die Hypovereinsbank zeigte sich laut "Financial Times Deutschland" offen für eine Annahme der Kreditbürgschaften. Die Postbank hatte sich zu Beginn der Woche von ihrem Mutterkonzern Deutsche Post frisches Kapital in Milliardehöhe geholt.

Die Deutsche Bank blieb im dritten Quartal trotz der Finanzkrise in der Gewinnzone. Allerdings gelang ihr das vor allem durch die Anwendung neuer Bilanzregeln. Unter dem Strich machte die Bank einen Gewinn von 414 Millionen Euro, 75 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Das Ergebnis vor Steuern sank um 94 Prozent auf 93 Millionen Euro. Die Analysten hatten zuvor einen Verlust für das dritte Quartal erwartet.