München/Düsseldorf (AFP) — Trotz Rekordgewinnen streichen deutsche Großunternehmen massenhaft Stellen: Der Autobauer BMW kündigte den Abbau von weltweit 8100 Jobs an. Grund ist die schwache Rendite des Automobilkonzerns im Vergleich zu Konkurrenten. Der Konsumgüterhersteller Henkel teilte mit, er erwäge die Streichung von weltweit 3000 Arbeitsplätzen in den kommenden drei Jahren. Siemens hatte erst am Dienstag angekündigt, weltweit fast 7000 Stellen in der Kommunikationssparte zu streichen.
Der Autobauer BMW hatte bereits im Dezember mitgeteilt, dass er seine Personalkosten senken und tausende Stellen streichen werde. Nunmehr bestätigte das Unternehmen, dass weltweit rund 3100 Festangestellte und 5000 Zeitarbeitskräfte von den Jobkürzungen betroffen seien. Bei der Stammbelegschaft in Deutschland gehe es um den Abbau von 2500 Mitarbeitern, wenn möglich auf freiwilliger Basis. Bei insgesamt 80.000 Beschäftigten sei dies ein Anteil von rund drei Prozent. Reduziert werden sollen die Stellen an allen deutschen Standorten außer in Leipzig, wo nur "marginale Korrekturen" geplant seien. Von den 5000 Zeitarbeitern habe die Hälfte das Unternehmen bereits verlassen, die andere Hälfte soll bis Ende des Jahres gehen.
BMW wolle seine Umsatzrendite bis 2012 auf acht bis zehn Prozent steigern, teilte der Konzern weiter mit. Der Autobauer hatte 2007 einen neuen Umsatzrekord vorgelegt. Die Einnahmen stiegen um mehr als 14 Prozent auf gut 56 Milliarden Euro.
Henkel nannte trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs einen zunehmend härteren Wettbewerb und steigenden Kostendruck als Grund für die geplanten Stellenstreichungen. Der Jobabbau solle sozialverträglich gestaltet werden. Mit einem Programm zur Effizienzsteigerung wolle Henkel "aus einer Position der Stärke die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens" sichern, sagte Konzernchef Ulrich Lehner. Ab 2011 verspricht sich der Düsseldorfer Konzern demnach von dem Programm Einsparungen von jährlich rund 150 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt Henkel derzeit rund 53.000 Mitarbeiter.
Henkel setzte in seinen Geschäftsfeldern Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie Klebstoff und Technologien im vergangenen Jahr 13,07 Milliarden Euro um, das war ein Plus von 2,6 Prozent. Den Gewinn steigerte der Hersteller von Persil und Pattex um acht Prozent auf 941 Millionen Euro
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