Britischer "Fall Marco" in der Türkei

Istanbul (AFP) — In der Türkei steht erneut ein Urlauber wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer jungen Britin vor Gericht. In dem Fall in Selcuk beim westtürkischen Izmir sind anders als bei dem Prozess gegen den deutschen Realschüler Marco W. aber sowohl der Angeklagte als auch sein mutmaßliches Opfer volljährig, wie türkische Medien berichteten. Einem 24-jährigen Briten wird demnach vorgeworfen, sich während eines Türkei-Urlaubs im vergangenen Jahr in einer Hoteltoilette an einer 19-jährigen ebenfalls britischen Touristin vergangen zu haben. Der inhaftierte Angeklagte, dem zehn Jahre Haft drohen, weist die Vorwürfe zurück.

Am ersten Verhandlungstag habe das Gericht die Verlängerung der Untersuchungshaft für den Angeklagten angeordnet, berichteten Zeitungen und Fernsehsender. Der Uelzener Schüler Marco W. war im April vergangenen Jahres im südtürkischen Antalya unter dem Vorwurf verhaftet worden, er habe die erst 13-jährige Britin Charlotte M. sexuell missbraucht. Der damals 17-jährige Teenager wurde kurz vor Weihnachten aus der Untersuchungshaft entlassen und konnte nach Deutschland zurückkehren. Das Verfahren gegen den jungen Deutschen ist noch nicht abgeschlossen und wird am 4. Juli fortgesetzt. Ob Marco W. an der Verhandlung teilnehmen wird, ist nicht bekannt.