Obdachlosenhelfer errichteten Zelte im Straßburger Münster

Straßburg (AFP) — Zwei Tage vor Weihnachten hat die Hilfsorganisation Les Enfants de Don Quichotte mit einer umstrittenen Aktion auf fehlende Schlafplätze für Obdachlose aufmerksam gemacht. Rund 15 Aktivisten bauten im Innern des Straßburger Münsters symbolisch zehn Zelte auf. Die Gruppe wollte damit nach eigenen Angaben gegen die Präfektur protestieren, die der Organisation entgegen ihrer Zusage bisher keine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt habe. Die Kirche kritisierte die Aktion. Die Aktivisten erreichte jedoch einen Gesprächstermin mit der Regierung. Daraufhin bauten sie die Zelte am Nachmittag wieder ab.

Da sich die Präfektur nicht an Absprachen gehalten habe, "haben wir entschieden, unter dem Schutz der Kirche gemeinsam Weihnachten zu feiern", sagte der Sprecher der Enfants de Don Quichotte, Alexandre Glardon, zu Beginn des Protestes vor Journalisten. 48 Menschen hätten in den Zelten Platz. Domherr Bernard Eckert kritisierte im Namen des Erzbischofs die Protestaktion. "Sie irren sich bei der Wahl des Ortes. Sie nehmen uns damit als Geisel", sagte er. Die Polizei griff im Münster selbst nicht ein. Sie überwachte jedoch dessen Eingänge.

Laut Präfektur gab es Verhandlungen mit kirchlichen Behörden in Straßburg und der Regierung in Paris. Mit der Einigung auf einen Gesprächstermin am 28. Dezember sei die Hilfsorganisation zufrieden, sagte Glardon. Dem Schatzmeister Renaud Engel zufolge wollen die Mitarbeiter dann mit der Regierung über zwei Projekte beraten, bei denen es beispielsweise um dauerhafte Sozialunterkünfte anstelle von Notunterkünften für Obdachlose geht. Für die kommenden beiden Tage wurden der Organisation 30 zusätzliche Schlafplätze zugesichert.