Bei Lufthansa beginnt Urabstimmung über unbefristeten Streik

Berlin (AFP) — Bei der Lufthansa hat knapp eine Woche nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 50.000 Beschäftigten die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik begonnen. "Wir rechnen mit einer großen Zustimmung für den Streik", sagte ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Berlin. Die Abstimmung über den Streik werde bis Donnerstag kommender Woche laufen. Damit es zu Streiks des Boden- und Kabinenpersonals komme, müssen mindestens 75 Prozent der Verdi-Mitglieder bei der größten deutschen Fluggesellschaft dafür stimmen.

"Aus den einzelnen Geschäftsbereichen der Airline hören wir, dass die Beschäftigten am Erfolg des Konzerns teilhaben wollen und durchaus bereits sind, auch dafür zu kämpfen", sagte der Sprecher. Mit ersten unbefristeten Streiks sei dann frühestens Ende kommender Woche zu rechnen, sagte der Sprecher weiter.

"Sicher werden nicht gleich alle Beschäftigten in Ausstand treten, aber bei der Lufthansa wird sicher einiges durcheinander geraten." Dadurch sei während der Hauptreisezeit mit Flugstreichungen oder Verspätungen sowohl bei Flügen innerhalb Europas als auch bei Interkontinentalverbindungen zu rechnen, sagte der Verdi-Sprecher.

Verdi hatte in der vergangenen Woche die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt, nachdem die Lufthansa nicht in vollem Umfang auf die Forderungen der Gewerkschaft eingegangen war.

Zuvor hatte Deutschlands größte Fluggesellschaft ein nachgebessertes Angebot vorgelegt, das eine zweistufige Lohnerhöhung von insgesamt 6,7 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten vorsah. Verdi hatte dagegen ein Lohnplus von 9,8 Prozent für zwölf Monate gefordert.

Neben dem Tarifkonflikt mit dem Boden- und Kabinenpersonal schwelt bei der Lufthansa derzeit ein weiterer Tarifstreit mit den Piloten der Tochtergesellschaften Cityline, Eurowings und Germanwings.