UNO erwartet in Birma derzeit keinen neuen Wirbelsturm

Washington (AFP) — Entgegen früheren Angaben eines US-Sturmwarnzentrums gibt es in Birma laut der UN-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) keine Anzeichen für einen neuen Wirbelsturm. Der Region drohe kein weiterer Zyklon, teilte die WMO unter Berufung auf das Sturmwarnzentrum in Neu Delhi mit. Da jedoch die Monsun-Saison bevorstehe, seien heftige Regenfälle im schwer zerstörten Südwesten des Landes zu erwarten. Mit Verweis auf das Sturmwarnzentrum des US-Verteidigungsministeriums hatte die UNO zuvor gewarnt, es sei ein neuer Wirbelsturm in Birma möglich.

Der verheerende Zyklon "Nargis" hatte in Birma nach offiziellen Angaben rund 34.000 Menschen getötet und riesige Schäden angerichtet. Die Militärregierung hindert ausländische Helfer jedoch weitgehend daran, in die Katastrophengebiete zu reisen.

Der thailändische Ministerpräsident Samak Sundaravej brach nach Angaben aus Regierungskreisen nach Birma auf, um bei der birmanischen Regierung dafür zu werben, internationale Hilfe für die Sturmopfer zuzulassen. Sundaravej teilte anlässlich seiner Reise lediglich mit, er werde den birmanischen Regierungschef Thein Sein in Rangun treffen. An Bord von Sundaravejs Flieger wurden auch Medikamente sowie 50 Satellitentelefone für die Katastrophengebiete transportiert. Die USA, Großbritannien sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatten Thailand aufgefordert, bei Birmas Militärjunta zu vermitteln.

Birmas Militärregierung bewilligte derweil die Einreise von 30 Ärzten. Die thailändischen Mediziner sollen am Freitag abreisen und zwei Wochen in Birma bleiben, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok mit. Das Team, das sich aus Ärzten des thailändischen Roten Kreuzes, des Gesundheitsministeriums und eines Bangkoker Krankenhauses zusammensetzt, soll Opfer des Wirbelsturms behandeln, den Ausbruch von Seuchen verhindern und psychologische Hilfe anbieten.

US-Präsident George W. Bush will auch die Fürsprache Chinas nutzen, um der notleidenden Bevölkerung in Birma besser helfen zu können. Er habe den chinesischen Präsidenten Hu Jintao gebeten, der Führung in Birma zu versichern, dass die USA der nach der Sturmkatastrophe notleidenden Bevölkerung wirklich helfen wollten, sagte Bush in einem Interview. Die USA wollten sichergehen, dass die Hilfe bei den Menschen ankomme und dass nichts verschwendet oder unterschlagen werde.