Straßburg (AFP) — Die Europäische Union hat nach Angaben von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso keine Zuschüsse für die geplante Verlagerung eines Nokia-Werks aus Bochum nach Rumänien zur Verfügung gestellt. Mittel aus dem EU-Strukturfonds für solche Werksverlagerungen bereitzustellen wäre "inakzeptabel", sagte Barroso am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg. Allerdings habe Rumänien aus dem EU-Förderprogramm Phare Zuschüsse für die Erschließung von Industrieparks erhalten, fügte Barroso hinzu. In diesen Parks ließen sich nun Unternehmen nieder. Er reagierte damit auf Fragen aus dem Plenum.
Der Kommissionspräsident wies zugleich die heftige Kritik deutscher Politiker an der vom finnischen Nokia-Konzern angekündigten Produktionsverlagerung zurück. "Wenn eine Verlagerung von Finnland nach Deutschland möglich ist, dann muss auch eine Verlagerung von Deutschland nach Rumänien möglich sein". Wesentlich sei, dass die Produktion nicht in Länder außerhalb der EU verlagert werde.
Barroso forderte zugleich die "Politiker auf allen Ebenen" auf, den Bürgern auch die Vorteile der EU-Erweiterung zu erklären. Dies gelte gerade "für unsere deutschen Freunde". Die Bundesrepublik sei das Land, das am meisten in die neuen EU-Staaten exportiere. Dies schaffe auch Arbeitsplätze in Deutschland.
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