Euro und Öl klettern auf neue Rekordmarken

London/New York (AFP) — Der Euro und der Ölpreis sind auf neue Rekordstände geklettert. Ein Euro übersprang in London erstmals die Marke von 1,60 Dollar und notierte zwischenzeitlich bei 1,6002 Dollar. Damit kostete die europäische Gemeinschaftswährung so viel wie noch nie seit ihrer Einführung im Jahr 1999. Auch Erdöl erreichte neue Rekordstände: Ein Barrel der in New York gehandelten Sorte Light Sweet Crude übersprang die Marke von 119 Dollar, das in London gehandelte Brent kostete erstmals über 116 Dollar.

Hinter dem neuerlichen Höhenflug des Euro steckt die Sorge, die US-Wirtschaft könne von der anhaltenden Finanzkrise weiter beeinträchtigt werden. Zuvor hatten Wirtschaftsdaten aus den USA gezeigt, dass die Wiederverkäufe von Häusern dort im März innerhalb eines Jahres um fast 20 Prozent gefallen sind.

Der Häusermarkt in den USA gilt als wichtiger Konjunkturindikator und zeigt, dass die USA die Krise noch nicht überstanden haben, die durch den massenhaften Handel mit faulen US-Immobilienkrediten ausgelöst wurde. Dies hatte zu Milliardenverlusten von Banken in den USA und weltweit geführt.

Aufgrund der schwächelnden US-Wirtschaft flüchten viele Anleger in den Euro. Anlagen in der Gemeinschaftswährung versprechen zudem höhere Erträge, da das Zinsniveau im Euro-Raum höher ist. Der Kurs des Euro steigt daher seit Monaten rasant an: Erst am 26. Februar hatte die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,50 Dollar übersprungen. Die US-Notenbank Fed hatte zuletzt in mehreren drastischen Schritten die Leitzinsen in den USA gesenkt, um die Wirtschaft in den USA wieder anzukurbeln.

Gleichzeitig mit dem Euro-Hoch verzeichnete auch der Ölpreis neue Rekorde. In New York kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude 119,72 Dollar, in London kletterte der Preis für ein Barrel der Sorte Brent auf 116,75 Dollar. Die Marke von 100 Dollar für ein Barrel Öl war erst im Januar erreicht worden. Grund für die neuen Rekordstände ist auch das Euro-Hoch: Da Erdöl in Dollar gehandelt wird, macht der teure Euro - und damit der billige Dollar - Öl für Firmen und Investoren aus dem Euro-Raum billiger.

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