Berlin (AFP) — Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Äußerungen zur Integration verteidigt. Erdogan habe bei seinem Besuch am Brandort in Ludwigshafen am vergangenen Donnerstag "in sehr klaren Worten" zu einem "solidarischen Miteinander" zwischen Deutschen und Türken aufgerufen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Erdogan habe außerdem ausdrücklich die Bemühungen und das Wirken der Polizei und der Feuerwehr an der Brandstätte gewürdigt, wo neun Türken ums Leben gekommen waren, betonte die Sprecherin.
Bei seiner späteren Rede habe der Ministerpräsident die türkischstämmige Bevölkerung aufgerufen, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und dafür deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, sagte die Sprecherin weiter. "Diese Äußerungen zu diesem Zeitpunkt" seien ein wichtiges Signal an die türkischstämmige Bevölkerung. Erdogan habe seinen Besuch "deutlich genutzt", zu einem Miteinander aufzurufen.
Erdogan hatte unter anderem auch gefordert, in Deutschland Schulen mit türkischer und deutscher Unterrichtssprache einzurichten. Auch warnte er vor einer "Assimilierung" der Türken in der Bundesrepublik. Diese sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Äußerungen hatten heftige Kritik ausgelöst.
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