Hamburg (AFP) — Kampfeinsätze der Bundeswehr in Afghanistan rücken offenbar immer näher. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, steht eine Anforderung der NATO für 250 Soldaten einer schnellen Eingreiftruppe "unmittelbar bevor". Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) wolle das Begehren Anfang kommender Woche bekannt geben. Der SPD-Verteidigungspolitiker Jörn Thießen vermutet laut "Bild", dass die Bekanntgabe des neuen Einsatzes bewusst nach den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am Sonntag erfolgen wird.
Thießen sagte dem Blatt: "Eine Anfrage der NATO kommt dann, wenn man sie haben will. Dahinter kann auch politisches Kalkül stecken."
Das Bundesverteidigungsministerium hatte vergangene Woche erklärt, die Bundeswehr prüfe derzeit eine Anfrage der Nato, im Norden Afghanistans von Norwegen das Kommando über die dortige "schnelle Eingreiftruppe" zu übernehmen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte mitgeteilt, die NATO werde Ende Januar entscheiden, welches Land die so genannte Quick Reaction Force stellen solle.
Ebenfalls vergangene Woche hatte der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Klaus Naumann die Beschränkungen für den deutschen Militäreinsatz in Afghanistan kritisiert. Die Bundesregierung müsse das Mandat für die derzeit rund 3200 Bundeswehrsoldaten auf den umkämpften Süden des Landes ausweiten, forderte Naumann in einem Vortrag zur Zukunft der NATO in Brüssel.
Copyright © 2009 AFP. Alle Rechte vorbehalten. Mehr »
