Streik bei US-Autobauer Chrysler nach sieben Stunden beendet

Detroit (AFP) — Der erst kürzlich aus dem deutschen Daimler-Konzern ausgegliederte US-Autobauer Chrysler hat einen längeren Arbeitskampf durch eine Einigung mit der Gewerkschaft der Automobilarbeiter (UAW) abgewendet. Nach nur siebenstündigem Streik in mehreren Werken verkündeten beide Seiten ihre Einigung auf einen Tarifvertrag für die kommenden vier Jahre. Die Arbeiter hätten Chrysler klar gemacht, dass es eine Übereinkunft geben müsse, die ihre Beiträge zum Erfolg des Unternehmens würdige, sagte UAW-Präsident Ron Gettelfinger.

Die Gewerkschaftsmitglieder des Autokonzerns General Motors stimmten derweil dem Tarifvertrag zu, den UAW im September nach wochenlangem Streit ausgehandelt hatte. Von dem mehrstündigen Streik waren in den USA 31 Chrysler-Werke betroffen. Nach der Einigung rief die Gewerkschaft ihre Mitglieder auf die Arbeit wieder aufzunehmen. Der genaue Inhalt des Tarifvertrags wurde zunächst nicht bekannt. Nach Angaben Chryslers soll dazu aber die Schaffung eines unabhängigen Gesundheitsfonds für die Pensionäre gehören.

Das Unternehmen begrüßte die Einigung: Diese werde den Bedürfnissen von Arbeitnehmern und Konzern gleichermaßen gerecht und bilde die Voraussetzung für eine langfristige Konkurrenzfähigkeit, sagte Chefunterhändler Tom LaSorda. Bevor er in Kraft treten kann, muss der Tarifvertrag von den Gewerkschaftsmitgliedern abgesegnet werden.

Chrysler war erst kürzlich aus dem deutschen Mutterkonzern Daimler ausgegliedert worden. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem neuen Eigner, dem Investmentfonds Cerberus Capital, steckten seit Tagen in einer Sackgasse. Ein Streik der 45.000 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten hätte 61 Chrysler-Stätten in den USA lahmgelegt.

Der Durchbruch bei Chrysler ist bereits der zweite Erfolg der UAW innerhalb kurzer Zeit: Ende September hatte sich die Gewerkschaft nach wochenlangem Streit mit General Motors (GM) auf ein Tarifabkommen für 74.000 Beschäftigte geeinigt. Dieses wurde am Mittwoch von den Gewerkschaftsmitgliedern abgesegnet. Laut UAW stimmten 66 Prozent der Produktionsarbeiter und 64 Prozent der Facharbeiter dem Tarifvertrag zu. Auch bei GM hatte sich der Streit vor allem an der Krankenversicherung für die Rentner entzündet, der Kompromiss ähnelt dem jetzt auch bei Chrysler erzielten. Die Gewerkschaft kündigte bereits an, dass sie in den Verhandlungen mit dem dritten großen US-Autobauer Ford eine ähnliche Einigung anstrebt.

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