Lidl verkauft kein Markenbier in Einwegflaschen mehr

Neckarsulm (AFP) — Angesichts des Vorwurfs der Verbrauchertäuschung verkauft die Supermarktkette Lidl kein Markenbier mehr in Glas-Einwegflaschen. Der Verkauf werde bundesweit eingestellt, teilte Lidl in Neckarsulm mit. Die Bestände in den Regalen würden aber noch verkauft. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte Lidl am Montag vorgeworfen, der Discounter führe seine Kunden in die Irre, indem er Bier und Mixgetränke in Glas-Einwegflaschen verkaufe, die Mehrweg-Flaschen täuschend ähnlich sähen. Damit täusche Lidl die Verbraucher und bringe sie um Geld.

Viele Verbraucher geben demnach ihre Lidl-Einwegflaschen im herkömmlichen Getränkehandel zurück. Dort würden Mitarbeiter genauso wie Leergutautomaten nur acht Cent Pfand auszahlen und nicht die tatsächlich bezahlten 25 Cent.

Lidl wies die Vorwürfe bereits am Montag zurück. "In einem persönlichen Gespräch" habe Lidl der DUH aber dennoch am Dienstag zugesagt, den Verkauf von Markenbieren in Einwegflaschen einzustellen, teilte das Unternehmen mit. Damit wolle Lidl "Irritationen und Verwechslungen der Kunden" in Zukunft vermeiden. Die Supermarktkette prüfe zur Zeit Alternativen, um auch weiterhin Markenbiere anbieten zu können.

Die DUH hatte angedroht, sie wolle gegen Lidl wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsgesetz klagen. Der Discounter könne juristische Schritte jedoch noch abwenden, wenn er den Verkauf der umstrittenen Einwegflaschen bis zum Wochenende einstelle.