Washington (AFP) — Bei der Präsidentenwahl in den USA zeichnet sich eine Rekord-Wahlbeteiligung ab. Nach dem längsten und teuersten Wahlkampf aller Zeiten bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen. Der Demokrat Barack Obama ging nach allen Umfragen als Favorit ins Rennen. Der 47-Jährige würde bei einem Sieg als erster afroamerikanischer US-Präsident ins Weiße Haus einziehen. Sollte der Republikaner John McCain das Rennen machen, wäre er mit 72 Jahren der bei Amtsantritt älteste US-Präsident.
Die Wahllokale im Osten öffneten zwischen 05.00 Uhr und 07.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr und 13.00 Uhr MEZ). Bis 16.00 Uhr MEZ schlossen sich die westlicheren Bundesstaaten an, zum Schluss dann die Wahllokale in Alaska (17.00 Uhr MEZ) und Hawaii (18.00 Uhr MEZ).
In den Ostküsten-Staaten Virginia, Maryland und New York bildeten sich schon vor Morgengrauen lange Schlangen. Es wurden mehr als 100 Millionen Wahlberechtigte erwartet. Rund 30 Millionen US-Bürger hatten ihre Stimme bereits vor dem eigentlichen Wahltag abgegeben.
Obamas Wahlkampfleiter David Plouffe rief die US-Bürger zu einer hohen Wahlbeteiligung auf. "Wir sind darauf angewiesen, dass die Amerikaner wählen gehen", sagte Plouffe dem Sender CNN. Obama gab seine Stimme in seiner Heimatstadt Chicago im US-Bundesstaat Illinois ab. McCain ging in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona in Begleitung seiner Frau Cindy zur Wahl. Mit der Bekanntgabe erster Ergebnisse durch die großen US-Fernsehsender wird am Mittwoch gegen 00.00 Uhr MEZ gerechnet.
Bis zur letzten Minute hatten Obama und McCain bei Blitzbesuchen quer durch das Land um die Wähler geworben. "Wir sind noch einen Tag davon entfernt, die USA zu verwandeln", rief Obama in Florida. McCain kämpfte mit der Parole "Mac ist zurück!" darum, sich Hochburgen seiner Partei zu sichern. Obamas Wahlkampfauftritte wurden von der Nachricht vom Tod seiner Großmutter überschattet.
In den 50 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington bestimmen die Wähler die 538 Wahlmänner, die dann den Präsidenten wählen. Für den Einzug ins Weiße Haus sind mindestens 270 Wahlmänner-Stimmen erforderlich. Die wichtigsten sogenannten Swing States, in denen sich beide Kandidaten Chancen auf einen Sieg ausrechnen, sind wegen ihrer hohen Zahl von Wahlmännerstimmen Florida (27), Ohio (20), North Carolina (15) und Virginia (13). Eine Umfrage von "Wall Street Journal" und NBC News gab Obama mit 51 Prozent einen Vorsprung von acht Punkten vor McCain. Bei "Washington Post" und ABC News lag Obama sogar mit 54 Prozent vor seinem Rivalen mit 43 Prozent.
Die Wähler entscheiden auch über die Besetzung des US-Kongresses: Alle Sitze des Repräsentantenhauses und gut ein Drittel der Senatsposten stehen zur Wahl. Umfragen zufolge dürften die Demokraten ihre derzeit knappe Mehrheit in beiden Häusern des US-Kongresses ausbauen.
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