München (AFP) — Der Bau der Magnetschwebebahn Transrapid in München ist gescheitert. Das Projekt sei nicht mehr finanzierbar, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Das beteiligte Industriekonsortium, zu dem auch Siemens gehört, hatte zuvor eine Explosion der Baukosten auf bis zu 3,4 Milliarden Euro berechnet. Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) sprach von einem "schlechten Tag für den Technologiestandort Deutschland". Siemens-Chef Peter Löscher erklärte, die Industrie führe weiter Gespräche über den Export der Technologie. Die Bahn zeigte sich enttäuscht.
Tiefensee war mit Beckstein und Industrievertretern zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Dabei legte das Konsortium, zu dem neben Siemens auch die Konzerne Hochtief, ThyssenKrupp, Max Bögl und Bilfinger Berger gehören, eine neue Berechnung der Baukosten zwischen 3,2 und 3,4 Milliarden Euro vor. Zuvor waren 1,85 Milliarden Euro veranschlagt worden. Tiefensee und Beckstein erklärten, der Bund und der Freistaat Bayern seien zu einer Deckung der Kosten nicht in der Lage. Der Bund sei nicht bereit, seinen Maximalbeitrag von 925 Millionen Euro zu überschreiten, sagte Tiefensee.
Beckstein betonte, Bayern habe immer zum Transrapid gestanden, "aber nicht zu jedem Preis". Bayern wollte sich mit 490 Millionen Euro am Bau der Strecke zwischen Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen im Erdinger Moos beteiligen. Tiefensee sagte, Entwicklung und Export der Technologie stünden weiter auf der Agenda.
Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte, die Ankündigung des Konsortiums, die Strecke nicht zu den bislang veranschlagten Kosten bauen zu können, sei enttäuschend. "Der Standort Deutschland hat damit ein wichtiges Leuchtturmprojekt verloren", sagte er. Siemens-Chef Peter Löscher sagte, die Industrie bekenne sich weiter zur Technologie der Magnetschwebebahn. Es würden Gespräche mit Kunden "auch außerhalb Chinas" geführt, sagte er.
In Shanghai ist die einzige kommerziell genutzte Transrapid-Strecke in Betrieb, die die Stadt mit dem rund dreißig Kilometer entfernten Flughafen Pudong verbindet. In Deutschland gibt es nur eine Teststrecke im Emsland, nachdem Pläne einer Magnetbahn-Verbindung von Hamburg nach Berlin und später auch durch das Ruhrgebiet gescheitert waren.
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