Weniger Studenten bekommen BAföG

Wiesbaden (AFP) — Die Zahl der BAföG-Empfänger unter Studenten und Schülern ist im vergangenen Jahr weiter gesunken: Unterstützung erhielten rund 806.000 Studenten und Schüler, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies waren 11.000 beziehungsweise 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Unter den Geförderten waren 494.000 Studenten und knapp 312.000 Schüler. Die FDP wertete die Zahlen als Zeichen für wachsende Bildungsungerechtigkeit in Deutschland. Union und SPD setzen auf eine Trendwende durch die beschlossene BAföG-Reform.

Die Zahl der geförderten Studierenden ging um 0,8 Prozent zurück, die der geförderten Schüler um 2,3 Prozent. Die Ausgaben des Bundes und der Länder für die Förderung beliefen sich im vergangenen Jahr auf knapp 2,2 Milliarden Euro, 68 Millionen Euro oder drei Prozent weniger als im Vorjahr. Im Durchschnitt erhielten geförderte Schüler wie im Vorjahr monatlich 301 Euro und Studierende 375 Euro.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wertete die Zahlen als Bestätigung für die Entscheidung der großen Koalition, das BAföG zum bevorstehenden Wintersemester anzuheben. "Die BAföG-Erhöhung in diesem Monat kommt genau zum richtigen Zeitpunkt", erklärte die Ministerin. Dadurch werde sich die Zahl der Leistungsempfänger um rund 100.000 erhöhen, während zugleich auch die Fördersätze steigen.

Die SPD-Bildungsexperten Christel Humme und Jörg Tauss wiesen darauf hin, dass ihre Partei diese Verbesserungen durchgesetzt habe. "Damit ebnen wir erheblich mehr jungen Menschen aus einkommensschwächeren Familien den Weg in die Hochschulen", erklärten beide. Durch die Neuregelung steigt der Förderhöchstsatz für Studierende von 585 auf 643 Euro. Der Einkommensfreibetrag für die Eltern steigt um acht Prozent.

"Die BAföG-Erhöhung zum Wintersemester 2008/2009 kommt gerade noch rechtzeitig", kommentierte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, die BAföG-Daten. Er rief Studierwillige und Studierende auf, einen BAföG-Antrag zu stellen.

Kritik kam vom FDP-Bildungsexperten Patrick Meinhardt: "Die Bundesregierung schafft es nicht, die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu erhöhen, sondern die Bildungsungerechtigkeit verschlimmert sich noch an den Universitäten."