Deutscher Zehnkämpfer für Proteste bei Olympia wegen Tibet

München (AFP) — Die deutsche Zehnkampf-Hoffnung André Niklaus hat sich gegen einen Boykott der Olympischen Spiele gewandt. Zugleich sprach er sich angesichts Chinas gewaltsamem Vorgehen in Tibet für Protestaktionen der Sportler aus. "Wenn die Verbände beschließen würden, dass wir Sportler mit einer Tibetfahne ins Stadion einziehen, könnte ich mich damit identifizieren", sagte der 26-Jährige dem "Focus".

Niklaus übte massive Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC). "Das IOC hat Fehler gemacht", sagte der Berliner Sportler. "Es hat die Spiele vor sieben Jahren an China vergeben, ohne aggressiv die Forderung zu vertreten, dass das Land demokratische Reformen einleiten und Menschenrechte achten muss."

Bei den Vergaben der Olympischen Spiele an Peking oder das russische Sotschi, wo 2014 die Winterspiele ausgetragen werden, gehe es wohl um wirtschaftliche Interessen, da große Gewinne garantiert seien, sagte Niklaus. "Bei der Vergabe spielten Bürgerrechte deshalb wohl nicht die erste Rolle."