Nissan will ab 2010 Vorreiter für Elektroautos werden

Tokio (AFP) — Der japanische Autobauer Nissan will im Jahr 2010 sein erstes Elektroauto im großen Stil vermarkten und damit Vorreiter bei dieser Technologie werden. Auf längere Sicht könnten dann jährlich etwa zehn Millionen Wagen mit dieser Antriebstechnologie ausgestattet werden, sagte der Chef von Nissan und Renault, Carlos Ghosn. "Wir wissen, dass es eine latente Nachfrage gibt", betonte er. Es sei aber noch schwierig, den Bedarf genau abzuschätzen, da es im Moment kein Angebot gebe, fügte der Konzernchef hinzu.

Der Plan des Unternehmens ist, das Auto ab 2010 in Japan und den USA zu verkaufen, von 2012 an dann weltweit. Elektroautos sind schon länger in kleiner Stückzahl auf den Markt, kosten bislang aber vergleichsweise viel Geld und können nur kürzere Strecken fahren, ohne wieder aufgeladen zu werden. Die Autoindustrie setzt nun auf eine neue Generation von Akkus, die deutlich leistungsfähiger sein soll. Zielgruppe für das Elektroauto von Nissan sollen trotzdem auch künftig solche Autofahrer sein, die ausschließlich oder zumindest meistens in Städten unterwegs sind und damit also nur kürzere Entfernungen zurücklegen. 2011 will der Autobauer ein großangelegtes Pilotprojekt in Israel starten. Das Land biete sich an, da dort die meisten Autofahrer nur etwa 50 Kilometer am Tag führen, sagte Ghosn.

Ähnlich wie schon der größte japanische Autobauer Toyota warnte Nissan unterdessen, dass sein Gewinn nach einem Höhenflug im vergangenen Geschäftsjahr im laufenden Jahr einbrechen könnte. In dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 verdiente Nissan demnach unter dem Strich mit 482,3 Milliarden Yen (knapp drei Milliarden Euro) knapp fünf Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Für das Jahr 2008/2009 rechnet Japans zweitgrößter Autoproduzent allerdings mit Einbrüchen bei Gewinn und Betriebsergebnis um je rund 30 Prozent. Als Grund nannte Ghosn den schwachen Automarkt in den USA, den teuren Yen sowie hohe Rohstoffkosten. Toyota warnte kürzlich ebenfalls vor einem Gewinneinbruch im laufenden Geschäftsjahr von knapp 30 Prozent.