Auch Zypern und Malta zahlen jetzt mit dem Euro

Nikosia/Ljubljana (AFP) — Die Europäische Union hat zwei neue Euro-Länder: Die Mittelmeerinseln Zypern und Malta, die zusammen etwa 1,2 Millionen Einwohner haben, sind das 14. und 15. Land der EU, in denen der Euro als Zahlungsmittel gilt. Auf Zypern fiel der Startschuss für die neue Währung am Montag um 23.00 Uhr MEZ, Malta folgte um Mitternacht. Slowenien übernahm als erstes osteuropäisches Land die EU-Ratspräsidentschaft. Um Mitternacht übergab der portugiesische Außenminister und amtierende EU-Ratspräsident Luis Amado in Madeira das Amt an seinen slowenischen Kollegen Dimitrij Rupel.

Mit dem Beitritt Zyperns und Maltas zur Euro-Zone leben damit insgesamt rund 318 Millionen Menschen in dem Gebiet der Gemeinschaftswährung. Obwohl die Inseln, die einst zu Großbritannien gehörten, nur 0,17 Prozent (Zypern) und 0,06 Prozent (Malta) des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone ausmachen, erforderte die Übernahme der Währung doch die Ausgabe von 100 Millionen Euro in Scheinen sowie mehr als 500 Millionen Münzen, wie die Zentralbanken mitteilten. Die beiden Inselstaaten sind seit knapp vier Jahren EU-Mitglieder.

Nach den Erfahrungen auf dem europäischen Festland 2002 wurde die Euro-Einführung auf Malta und Zypern von "Teuro"-Furcht begleitet. Fast drei Viertel der Zyprer und zwei Drittel der Malteser rechneten mit Preissteigerungen bei der Umstellung von Pfund und Lira, wie die EU-Kommission Ende November in ihrem Abschlussbericht zum Stand der Vorbereitungen erklärte. In Deutschland hatten vor allem Restaurants und Dienstleister die Euro-Einführung 2002 zu Preisaufschlägen genutzt.

Zum Euro-Start hoben die Regierungschefs beider Inselstaaten die Vorzüge der neuen Währung hervor. Beide EU-Länder setzen auf eine größere Attraktivität bei Investoren und hoffen auf einen Schub für Wirtschaft und Tourismus.

"2008 wird ein entscheidendes Jahr", sagte der slowenische Außenminister Rupel nach der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft. Vor der EU liege "eine Offensive" der Freundschaft, des Dialogs und der Solidarität. "Die EU-Präsidentschaft zieht vom Atlantik zum Mittelmeer, an die slowenische Adria, von West nach Ost", fügte er hinzu. Slowenien hält die Präsidentschaft für die ersten sechs Monate des Jahres, im zweiten Halbjahr übernimmt Frankreich.