Brüssel (AFP) — Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht die ehrgeizigen Klimaziele der Europäischen Union durch das Scheitern der deutschen Biokraftstoff-Pläne nicht gefährdet. "Die Sorgen sind unbegründet", sagte Gabriel am Freitag in Brüssel nach einem Treffen mit EU-Energiekommissar Andris Piebalgs. Die europäischen Umweltminister beraten am Samstag in Slowenien über die umstrittene Klimabilanz von Biotreibstoffen.
Die EU hat sich verpflichtet, den Biosprit-Anteil am Treibstoffverbrauch bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern. Derzeit liegt er bei unter zwei Prozent. Unter anderem damit soll der Treibhausgasausstoß in Europa um ein Fünftel sinken. Biosprit ist jedoch umstritten. Umweltschützer kritisieren, für seine Gewinnung werde im großen Stil Regenwald vernichtet. Zudem wird der Getreideanbau für Biosprit auch für rasant steigende Lebensmittelpreise mit verantwortlich gemacht.
Für die Umweltverträglichkeit der Biotreibstoffe will die Bundesregierung nach Angaben Gabriels kämpfen: "Da müssen wir notfalls auch bereit sein, in einen Konflikt mit der Welthandelsorganisation zu gehen", sagte der Minister. Ein WTO-Streit könnte etwa bei einem Importstopp für nicht nachhaltige Biomasse aus Brasilien drohen.
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