Japanische Walfänger töten nach Abzug von Gegnern fünf Wale
Sydney (AFP) — Japanische Walfänger haben einen Tag nach dem Abzug von Greenpeace und Sea Shepherd aus der Antarktis fünf Wale getötet. Wie der "Daily Telegraph" berichtet, filmten Offiziere des australischen Zollschiffs Oceanic Viking, wie die Wale abgeschlachtet wurden. Die australische Regierung will das Video-Material für eine mögliche internationale Klage gegen Japan nutzen.
Den Schiffen der beiden Umweltschutzorganisationen war es seit Mitte Januar gelungen, mit verschiedenen Störaktionen die japanische Fangflotte von ihrer Arbeit abzuhalten. Wegen Treibstoffmangels mussten sie ihre Aktionen jedoch abbrechen und zum Auftanken die Antarktis verlassen.
Während eines zweitägigen Besuchs in Tokio legte der australische Außenminister Stephen Smith am Donnerstag gegenüber seinem japanischen Kollegen Masahiko Komura scharfen Protest ein. Laut seinem Sprecher forderte er Japan im Namen der australischen Regierung auf, das Walfangprogramm einzustellen.
Die japanische Flotte will wie jedes Jahr etwa tausend Wale jagen und schlachten. Nach offizieller Darstellung dient die Jagd wissenschaftlichen Zwecken. Japan bedient sich dabei eines Schlupflochs im Walfang-Moratorium von 1986, das den Fang der Meeressäuger zu kommerziellen Zwecken untersagt. Zugleich macht Tokio keinen Hehl daraus, dass das Walfleisch letztlich in die Supermarktregale des Landes kommt.

