Sydney (AFP) — Abnehmen ohne Verzicht - ein Traum der zivilisierten Menschheit kann nach Einschätzung australischer Forscher möglicherweise in Erfüllung gehen. Wissenschaftler aus Melbourne berichten in einer Studie, dass es ihnen durch die Veränderung von Fettzellen in Mäusen gelungen sei, den Stoffwechsel zu beschleunigen. Dabei wurde ein Enzym namens Angiotensin aus den Zellen entfernt. Die Mäuse fraßen daraufhin genausoviel wie ihre nicht manipulierten Artgenossen, verbrannten aber deutlich mehr Kalorien, wie Michael Mathai vom Howard-Florey-Institut erläuterte.
Tiere ohne das Enzym hätten im Schnitt um ein Fünftel weniger gewogen als die anderen Mäuse und hätten 50 bis 60 Prozent weniger Körperfett, versichert der Forscher. Die dünneren Mäuse hätten auch eine geringere Anfälligkeit für Diabetes, da ihr Organismus Zucker sehr viel schneller abbaue als der der normalen Mäuse. Medikamente, die das betroffene Enzym ausschalten, gebe es bereits, sagte Mathai. Sie würden zur Bekämpfung von Bluthochdruck eingesetzt. "Wir wissen also, dass sie sicher und verträglich sind. Was wir noch nicht wissen, ist, ob sie bei Menschen funktionieren und ob sie bei allen übergewichtigen Menschen funktionieren."
Viele Einzelheiten über die Wirkung des Vorgehens müssten noch geklärt werden, fügte der Wissenschaftler hinzu. "Wir haben das Gen zerstört, und deshalb verschwindet es im ganzen Körper, aus sämtlichem Gewebe einschließlich des Gehirns", sagt Mathai. "Deshalb wissen wir nicht, ob es eine unmittelbare Wirkung wegen des Fehlens des Gens im Gewebe ist, ober ob es etwas ist, das aus dem Gehirn kommt." Doch möglicherweise könnte es eines Tages eine Diät-Pille geben. Die Studie erschien in den "Proceedings of the National Academy of Sciences".
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