Oslo (AFP) — Rund vier Wochen nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes "Explorer" ist in der Antarktis mit knapper Not eine neue Schiffskatastrophe verhindert worden. Das norwegische Schiff "Fram" trieb am Freitag zwei Stunden manövrierunfähig im Norden des Weißen Kontinents und stieß mit einem Eisberg zusammen, wie die argentinischen Behörden mitteilten. Das Schiff mit 256 Passagieren und 70 Besatzungsmitgliedern an Bord wurde kaum beschädigt und konnte aus eigener Kraft zu einem chilenischen Luftwaffenstützpunkt auf der Insel King George Island gelangen.
Auf dem Armeestützpunkt sollte das Schiff überprüft werden, bevor es die Rückfahrt nach Ushuaia antreten sollte. Der Vorfall habe sich am Freitag um 21.45 Uhr Ortszeit (1.45 Uhr MEZ am Samstag) ereignet, gab die Präfektur von Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens, bekannt. Das 113 Meter lange Schiff habe "einen Black-Out erlitten, der es zwei Stunden lang Wind und Wellen auslieferte, weshalb es gegen einen Eisberg getrieben wurde", hieß es in der Mitteilung. Es sei aber kein sehr heftiger Zusammenstoß gewesen: "Es gab nie die Gefahr, dass das Schiff sinkt."
Die Schiffsbesatzung habe schließlich die Motoren wieder in Gang gebracht und sei zum chilenischen Luftwaffenstützpunkt Eduardo Frei auf King George Island, einer der Südlichen Shetlandinseln, gefahren. Die chilenische Luftwaffe gab unterdessen in der Hauptstadt Santiago de Chile bekannt, die Passagiere hätten während der Inspektion des Schiffes den Stützpunkt in Begleitung von Luftwaffenangehörigen besichtigt. Die "Fram" war am Weihnachtstag von Ushuaia ausgelaufen und sollte am Mittwoch dorthin zurückkehren.
Der Vorfall folgte auf den Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Explorer", das am 23. November in der Antarktis einen Eisberg gerammt hatte. Die 154 Menschen an Bord konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, allerdings liefen rund 185.000 Liter Treibstoff in die Gewässer des Naturschutzgebietes.
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