Pentagon: Keine Belege für Verbindung Saddams zu El Kaida
Washington (AFP) — Das US-Verteidigungsministerium hat in einer ausführlichen internen Untersuchung keinerlei Belege für Verbindungen zwischen dem früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein und dem Terrornetzwerk El Kaida gefunden. Es sei "kein direkter Zusammenhang zwischen Saddam Husseins Irak und El Kaida gefunden worden", heißt es laut US-Medienberichten im Resümee der Studie. Der Befund der Pentagon-Analysten entkräftet eines der Hauptargumente der Regierung von US-Präsident George W. Bush für die Irak-Invasion vor fast genau fünf Jahren.
Den Angaben zufolge wurden mehr als 600.000 Seiten irakischen Aktenmaterials und Protokolle der mehrere tausend Stunden langen Vernehmungen von irakischen Ex-Amtsträgern ausgewertet. Das Pentagon lehnte es zunächst ab, die Unterlagen sofort der Presse zugänglich zu machen.
Im Einleitungskapitel der Studie, das der US-Sender ABC auf seiner Webseite veröffentlichte, heißt es, dass die damalige Bagdader Regierung zwar durchaus den internationalen Terrorismus förderte - etwa durch Unterstützung radikaler palästinensischer Gruppen. Eine Verbindung zur El Kaida, die für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht wird, gebe es aber nicht. Der Irak unter Saddam Hussein habe sich zwar des "Staatsterrorismus" schuldig gemacht - "die vornehmlichen Opfer waren aber irakische Bürger", heißt es in dem Bericht.
Dem Sender ABC zufolge war der Bericht des Pentagons zunächst zur Veröffentlichung bestimmt. Dieser Plan sei dann aber verworfen worden. Das Ministerium bot Journalisten an, ihnen eine Kopie auf dem Postweg zukommen zu lassen. Eine persönliche Übergabe oder Übermittlung per Email lehnte es entgegen sonstiger Gepflogenheiten ab. Am 20. März jährt sich die US-Invasion im Irak zum fünften Mal.
Bush hatte den Krieg unter anderem mit Verbindungen von Saddam Hussein zum internationalen Terrorismus begründet. Auch die vom US-Kongress eingesetzte Untersuchungskommission zu Vorgeschichte und Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 hatte das Argument bereits verworfen, sie hatte allerdings weitaus weniger Zugang zu irakischem Beweismaterial als die Pentagon-Kommission.

