Studenten bekommen ab Oktober 2008 zehn Prozent mehr Bafög

Berlin (AFP) — Studenten und Schüler erhalten ab Oktober 2008 mehr Bafög. Der Bundestag verabschiedete mit großer Mehrheit die Anhebung der Bedarfssätze um zehn Prozent. Das ist die erste Erhöhung seit dem Jahr 2001. Der Höchstsatz für Studenten steigt von derzeit 585 Euro monatlich auf 643,50 Euro. Gleichzeitig steigen die Freibeträge um acht Prozent, wodurch 100.000 junge Leute zusätzlich unterstützt werden, wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin sagte. Demnach bekommt künftig fast jeder dritte Antragsberechtigte Bafög. Im vergangenen Jahr erhielten rund 500.000 Studenten und 200.000 Schüler Unterstützung.

Die Bafög-Erhöhung wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition aus CDU und SPD sowie der oppositionellen FDP verabschiedet. Die Grünen enthielten sich mehrheitlich, die Linksfraktion stimmte gegen das Gesetz. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) warnte nochmals vor einem anhaltenden Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern. Inzwischen fehlten in diesen Bereichen 50.000 Fachkräfte in Deutschland, das sei ein ganzer Studienjahrgang. Die Bafög-Erhöhung sei ein wichtiger Anreiz, um mehr Studenten an die Hochschulen zu locken, erklärte Steinbrück.

Studentische Eltern erhalten künftig einen Zuschlag von bis zu 113 Euro monatlich für die Betreuung von Kindern, die jünger als zehn Jahre alt sind. Bafög-Empfänger dürfen statt wie bisher 250 Euro nun 400 Euro hinzuverdienen, ohne Abzüge vom Bafög zu fürchten. Förderberechtigt sind künftig auch Studenten, die ihr Studium von Anfang an im Ausland absolvieren.

Gleichzeitig müssen die Schüler und Studenten in diesem Jahr nochmals eine Nullrunde hinnehmen. Schavan sagte, die Bafög-Erhöhung komme dennoch zum richtigen Zeitpunkt, weil die Zahl der Studenten in diesem Jahr erstmals sinke. "Es ist das Signal dafür, dass wir ihre Unterstützung wichtig nehmen", fügte die Ministerin hinzu. Deutschland habe im internationalen Vergleich zu wenige Studenten, dies müsse sich ändern.