Berlin (AFP) — Nach einem durchwachsenen Weihnachtsgeschäft hofft der Einzelhandel im kommenden Jahr auf ein deutliches Umsatzplus. Angesichts steigender Einkommen und weiter zunehmender Beschäftigung peile die Branche eine Umsatzsteigerung von zwei Prozent an, sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Nachdem die höhere Mehrwertsteuer dem Handel in diesem Jahr "massiv geschadet" habe, könnten Konsum und Einzelhandel 2008 "zu Stützen der Konjunktur" werden.
Zugleich zog Pellengahr allerdings eine gemischte Bilanz des zurückliegenden Weihnachtsgeschäftes. Vor allem die hohen Benzinpreise und die milden Temperaturen hätten die Konsumstimmung der Verbraucher vor Weihnachten beeinträchtigt. Das Weihnachtsgeschäft habe zudem spät begonnen und sei in der ersten Adventshälfte sehr ruhig verlaufen. Erst das dritte Adventswochenende habe für viele Einzelhändler einen Durchbruch gebracht. In der Woche vor Weihnachten hätten viele Händler dann wesentlich höhere Umsätze verzeichnen können.
Lohnend waren für die Einzelhändler laut Pellengahr die verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit. Zwar spielten die Umsätze an diesen Tagen in der bundesweiten Statistik nur eine untergeordnete Rolle, da die Zahl der offenen Sonntage in den Bundesländern stark variierten. "Dort, wo die Geschäfte öffnen durften, hat es sich aber gelohnt", betonte der HDE-Sprecher.
Besonders positiv lief laut HDE das Weihnachtsgeschäft in den Bereichen Unterhaltungselektronik und bei den Spielwaren. Weniger erfolgreich waren demnach die Geschäfte mit Textilien und Einrichtungsgegenständen. Einen starken Umsatz erwarten die Einzelhändler nun auch für die Tage nach Weihnachten. Ein Fünftel der Geschenke seien Gutscheine und Geld, hob Pellengahr hervor. Darüber hinaus würden nun zahlreiche Ergänzungen und Erweiterungen für Spielwaren sowie Zubehör und Programme für Computer oder Spielekonsolen gekauft. Etliche Kunden nutzten die Zeit zwischen den Jahren aber auch, um in Ruhe Kleidung zu kaufen und größere Anschaffungen zu tätigen. Entsprechend hoch seien die Erwartungen der Händler an das Nachweihnachtsgeschäft, betonte Pellengahr.
Derweil meldete der Online-Händler Amazon das beste Weihnachtsgeschäft seit seinem Bestehen. Wie das Unternehmen in München mitteilte, gingen bei Amazon.de allein am 17. Dezember mehr als 880.000 Produktbestellungen ein. Damit wurden mehr als zehn Artikel pro Sekunde bestellt, knapp drei mehr als am Spitzentag des Vorjahres. Eine Umfrage vor Weihnachten hatte ergeben, dass jeder zweite deutsche Online-Einkäufer bei Amazon shoppen wollte.
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