Streit um Auto-Plagiate aus China hält vor IAA-Start an

München (AFP) — Im Streit um angebliche chinesische Kopien deutscher Autos hat der Importeur der Fahrzeuge jede Ähnlichkeit mit anderen Modellen bestritten. So sei etwa die Marke Noble des chinesischen Autoherstellers Shuanghuan keine Kopie des Smart Fortwo, sagte Karl Schlössl, Geschäftsführer von Automobile Deutschland der Zeitschrift "Automobilwoche". Beim chinesischen Modell handle es sich um einen Viersitzer mit Frontantrieb, der zudem 40 Zentimeter länger sei als der Zweisitzer Smart mit Heckantrieb.

Mercedes-Vorstand Rainer Schmückle sagte der "Automobilwoche" dagegen, beim Smart sei der Urheberrechtsschutz besonders wichtig. Hier habe DaimlerChrysler ein "völlig eigenständiges Fahrzeugkonzept mit einer eigenen Formensprache entwickelt". Daher spiele es keine Rolle, "ob die Kopie vier Sitze hat".

Ähnlich äußerte sich Peter Naumann, Professor für Industriedesign an der FH München. Die Modelle Noble, CEO und UFO seien "dreiste Plagiate", sagte er der Automobilwoche. "Beim Noble wurden Kernmerkmale des Smart-Designs übernommen." So seien Scheinwerfer, Kühlerhaube, Grill und die Formgebung der Fahrerkabine nur einige der kritikwürdigen Punkte. Auch der CEO sei eine klare Kopie des früheren X5, erklärte Naumann. Hier hätten die Chinesen die BMW-typische Heckfenster-Gestaltung und die Rückleuchten übernommen.

China Automobile Deutschland hatte angekündigt, die Modelle Noble und CEO des chinesischen Shuanghuan-Konzerns, die dem Smart und BMW X5 täuschend ähnlich sehen, auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) auszustellen. Der Noble wurde mittlerweile zurückgezogen. BMW hatte am Freitag Klage gegen den Vertrieb des Geländewagens CEO aus China in Deutschland eingereicht. Auch Mercedes hatte angekündigt, notfalls rechtliche Schritte einzulegen.