Tokio (AFP) — Klein aber schmerzlich dürfte ein erster Boykott werden, der gegen die Olympischen Spiele in Peking verhängt wurde. Der japanische Handwerker Masahisa Tsujitani, der seit mehr als zehn Jahren von Hand die Kugeln für das olympische Kugelstoßen dreht, will seine Sportgeräte nicht an China liefern. "Ich bin entschlossen, und wenn ein Handwerker etwas sagt, dann ändert er seine Meinung nicht", sagte der 75-Jährige. "China ist nicht qualifiziert, um die Olympischen Spiele auszurichten", sagte er mit Blick auf die Vorfälle in Tibet.
Tsujitani gilt als der letzte Handwerker der Welt, der die Kugeln noch von Hand mit einer traditionellen Drehscheibe herstellt. Alle Medaillengewinner - sei es Gold, Silber oder Bronze - im Kugelstoßen der Männer verwendeten bei den drei vorangegangenen Olympischen Spielen die Kugeln des japanischen Meisters. Die Spiele fanden 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney und 2004 in Athen statt. Der 75-Jährige fügte hinzu, auch anti-japanische Demonstrationen in China sowie das Auspfeifen japanischer Sportler hätten seine Entscheidung mitbeeinflusst. Für London 2012 stünden seine Kugeln wieder zur Verfügung, versicherte Tsujitani. In Peking müssten die Athleten sich mit maschinengefertigten Kugeln begnügen.
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