Bahn schreibt gute Zahlen und erhöht die Ticketpreise

Frankfurt/Main (AFP) — Bahnfahrer müssen sich zum Ende des Jahres auf höhere Ticketpreise einstellen. Wegen der gestiegenen Energiekosten sei die Deutsche Bahn gezwungen, die Fahrkartenpreise voraussichtlich ab Dezember anzuheben, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn in Frankfurt am Main. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) sollen die angekündigten Preiserhöhungen eine Größenordnung von bis zu 3,2 Prozent haben. Trotz rasant gestiegener Energiekosten verzeichnete die Bahn wenige Monate vor dem geplanten Börsengang in der ersten Jahreshälfte zudem ein deutliches Umsatzplus.

Die Einnahmen der Bahn legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 Milliarden Euro auf 16,6 Milliarden Euro zu - ein Plus von 8,2 Prozent. Die geplante Fahrpreiserhöhung werde voraussichtlich mit dem Fahrplanwechsel im Dezember kommen, sagte Mehdorn weiter. Mit mehr Effizienz ließen sich die hohen Energiekosten nicht mehr ausgleichen. "Preisexplosionen" werde es allerdings nicht geben. Dennoch sei die Energie für die Bahn ein erheblicher Kostenfaktor. Das Unternehmen gebe jährlich zwei Milliarden Euro für Strom und Diesel aus und sei damit der "größter Energiekonsument Deutschlands".

Die Bahn könne aber vom Anstieg der Energiepreise auch profitieren, da sich dadurch der Gütertransport auf der Straße ebenfalls verteuere, sagte Mehdorn: "Uns kommt dieser Tage unsere hohe Energieeffizienz im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern zugute." Daher sei die Bahn im ersten Halbjahr sowohl im Personenverkehr als auch im Gütertransport kräftig gewachsen. Bereinigt um neu zugekaufte Unternehmensteile habe der Umsatzzuwachs 4,6 Prozent betragen. Insgesamt verdiente der Konzern vor Steuern und Sondereffekten 1,4 Milliarden Euro und damit 6,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wie die FTD weiter berichtete, will die Bahn mit den Preiserhöhungen ihre Gewinne zum geplanten Börsengang absichern. Die Mehreinnahmen aus der Preiserhöhung dürften sich demnach im Jahr 2009 auf gut 120 Millionen Euro belaufen. Den genauen Zeitpunkt für den Börsengang ließ Mehdorn weiter offen und verwies erneut lediglich auf den Herbst.

Bei den Fahrgastzahlen verzeichnete die Bahn im ersten Halbjahr ein Plus von rund drei Prozent. Demnach waren insgesamt 941 Millionen Reisende in den Zügen des Verkehrskonzerns unterwegs.