Frankfurt/Main (AFP) — Wegen einer Messerattacke auf einen Rabbiner hat das Landgericht in Frankfurt am Main einen 23-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den Mann der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Der ursprünglich ebenfalls erhobene Vorwurf des versuchten Totschlags habe sich nicht erhärtet, sagte ein Gerichtssprecher. Auch Anhaltspunkte für eine antisemitische Haltung des afghanischstämmigen Angeklagten hätten sich nicht ergeben. Der bereits wegen weiterer Körperverletzungsdelikte vorbestrafte Mann hatte gestanden, den Rabbiner mit einem Messer in den Bauch gestochen zu haben.
Der Attacke vom vergangenen September ging nach Überzeugung des Gerichts eine "provokante Äußerung" des 23-Jährigen voraus. Was genau der Angeklagte sagte, ließ sich aber laut Sprecher im Prozess nicht klären. Um ihn zur Rede zu stellen, habe der Rabbiner den jungen Mann am Kragen gefasst. Es folgte demnach eine körperliche Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Angeklagte plötzlich ein Messer zückte und zustach, weil er sich angeblich von dem 42-Jährigen bedroht fühlte. Das Opfer lag nach einer Notoperation mehrere Tage im Krankenhaus, schwebte aber nicht in Lebensgefahr.
Mit dem Strafmaß lag die Kammer zwischen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Anklage hatte vier Jahre Haft gefordert, die Verteidigung höchstens drei Jahre.
Copyright © 2009 AFP. Alle Rechte vorbehalten. Mehr »
