Berlin (AFP) — Bundespräsident Horst Köhler unterstützt den Wunsch Mazedoniens nach Mitgliedschaft in der EU. Das Land wolle in die EU und gehöre auch dahin, sagte Köhler im Deutschlandradio Kultur nach der Rückkehr von seiner Balkanreise. Allerdings müsse Mazedonien noch "Hausaufgaben" erledigen. Herausforderungen auf dem Weg zu einem Beitritt seien der Aufbau der Wirtschaft, die Entwicklung der Rechtssicherheit und die Bekämpfung der Korruption.
"Wenn sie sich selber anstrengen, das will ich unterstreichen, dann haben sie auch umso mehr einen berechtigten Anspruch, dass ihnen geholfen wird", sagte Köhler. Der ganze Balkan sei Teil Europas und gehöre "zu der Familie".
Im Streit um den Staatsnamen "Mazedonien" forderte Köhler Griechenland zu mehr Kompromissbereitschaft auf. Sollte das Problem nicht bald gelöst werden, "dann finde ich schon, dass auch die Europäische Union deutlich sagen sollte, dass sie dafür kein Verständnis hat", sagte der Bundespräsident.
Das EU-Mitglied Griechenland spricht Mazedonien mit Verweis auf die gleichnamige Region in Nordgriechenland das Nutzungsrecht auf den Namen "Mazedonien" ab. Athen befürchtet, dass ein gleichnamiger Staat Mazedonien auch Ansprüche auf die griechischen Gebiete erheben könnte. Mit dieser Begründung blockiert Griechenland auch eine Aufnahme Mazedoniens in die NATO.
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