US-Geschäftsmann bestätigt Geldzuwendungen an Olmert

Jerusalem (AFP) — Der US-Geschäftsmann Morris Talansky hat Geldzuwendungen an den durch eine neue Korruptionsaffäre unter Druck geratenen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert bestätigt. Er habe nie gedacht, dass das illegal sein könnte, sagte Talansky im privaten israelischen Fernsehsender Kanal 10. Auch bestreite er "kategorisch", im Gegenzug für seine Geldzuwendungen auf gute Geschäfte in Israel gesetzt zu haben, fügte der Geschäftsmann hinzu.

Das israelische Justizministerium hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, Olmert habe in den 1990er Jahren als Bürgermeister von Jerusalem sowie als Industrie- und Handelsminister "ungenehmigt" über einen langen Zeitraum "bedeutende Summen" von Talansky erhalten. Olmert hatte daraufhin umgehend seine Unschuld beteuert, zugleich aber erklärt, dass er im Fall einer Anklage zurücktreten werde. Die Opposition forderte seinen Rücktritt und vorgezogene Neuwahlen. Die Affäre erschüttert Israel in einer kritischen Phase des Nahost-Friedensprozesses.

Israels Präsident Schimon Peres hält den Abschluss eines Nahost-Friedensabkommens derzeit für "extrem schwierig". Zwar seien die Diskrepanzen bei den politischen Verhandlungen nicht so groß, "aber sie sind sehr emotional", sagte Peres der US-Zeitung "Washington Post". Beide Seiten schauten nach ihrem heimischem Publikum und wollten auf keinen Fall als Verlierer dastehen, fügte er hinzu.

Peres schlug vor, die ungelösten Probleme nacheinander zu behandeln, anstatt ein allumfassendes Abkommen anzustreben. "Wir können beispielsweise nicht das Thema Jerusalem mit dem Thema Grenzen vergleichen", erläuterte der Staatschef. "Wenn wir uns bei den Grenzen einigen können, sollten wir das tun. Wenn wir uns bei den Flüchtlingen einigen können, sollten wir das tun. Es wird Zeit brauchen." US-Präsident George W. Bush beginnt am Dienstag eine Nahost-Reise, um dem Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern neuen Schwung zu verleihen.