Mutmaßlicher Kinderschänder nach Massengentest gefasst

Dresden (AFP) — Mit Hilfe des größten Massen-Gentests in der deutschen Kriminalgeschichte hat die Polizei in Sachsen einen mutmaßlichen Kinderschänder gefasst. Wie die Dresdner Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde gegen einen 33 Jahre alten Mann Haftbefehl erlassen, weil seine DNA-Probe eine "vollständige Übereinstimmung" mit den an den Kindern hinterlassenen DNA-Spuren ergab. Dem Lkw-Fahrer wird vorgeworfen, im September 2005 ein neunjähriges Mädchen vergewaltigt und im Januar 2006 eine Elfjährige sexuell missbraucht zu haben. Er hat die Taten nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingeräumt.

Die Ermittler der Sonderkommission kamen dem Mann auf die Spur, weil auf ihn ein Autotyp zugelassen war, der in das Fahndungsprofil passte. Auf Nachfrage der Polizei gab der als unauffällig beschriebene Carsten D. am 21. Mai freiwillig eine DNA-Probe ab. Nachdem die Probe sich am Dienstag als positiv herausstellte, wurde er laut Staatsanwaltschaft festgenommen.

Der Mann soll die Mädchen auf dem Heimweg abgefangen und in das beschriebene Auto gezerrt haben. Dann soll er mit ihnen in ein Waldstück gefahren sein und sich an den Kindern vergangen haben. Danach wurden die Mädchen auf einer Autobahnbrücke und einem Parkplatz ausgesetzt. Dem 33-Jährigen wird schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Die Fahndung per Massen-Gentest hatte Mitte Juli 2006 begonnen. Insgesamt wurden in Dresden und den umliegenden Gemeinden 15.000 Speichelproben von Männern zwischen 25 und 45 Jahren genommen. Etwa 100 Männer verweigerten den Test. Mit den Speichelproben sollte im Ausschlussverfahren der Kreis um den Täter immer enger gezogen werden. Knapp 128.000 Männer kamen für die Taten in Frage. Sein Auto brachte die Ermittler nun auf die Spur von Carsten D.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden ist dort kein größerer Massen-Gentest bekannt. Aus der Bevölkerung kamen laut Staatsanwaltschaft zudem mehr als 2000 Hinweise, die von der 28-köpfigen Sonderkommission geprüft wurden. Zudem wurden 2300 Sexualstraftäter überprüft. Der nun tatverdächtige Carsten D. war laut Staatsanwaltschaft aber bislang nicht auffällig geworden.

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