Radioaktive Flüssigkeit aus französischem AKW ausgelaufen

Paris (AFP) — Im südfranzösischen Atomkraftwerk Tricastin sind 30 Kubikmeter radioaktive Flüssigkeit ausgelaufen und zum Teil in umliegende Flussläufe gelangt. Wie die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) mitteilte, trat die uranhaltige Lösung in der Nacht zum Dienstag bei der Reinigung eines Kessels aus. Die Flüssigkeit, die zwölf Gramm Uran pro Liter enthielt, sei in der Anlage an der Rhône "aus ungeklärter Ursache" auf den Boden gelaufen und nur teilweise wieder aufgefangen worden. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand angeblich nicht.

Ein Teil der Lösung sei über einen Kanal in die angrenzenden Flüsse La Gaffière und L'Auzon gelangt, hieß es. In einem der Flussläufe sei die Strahlenbelastung kurzzeitig leicht erhöht gewesen, sie habe jedoch bereits wieder abgenommen. Beim Verzehr von Fisch bestehe eine "sehr begrenzte" Gesundheitsgefahr, erklärte die ASN.

Das AKW Tricastin wird vom staatlichen Stromkonzern EDF betrieben. Die Anlage im Departement Drôme besteht aus vier Reaktorblöcken mit einer Leistung von jeweils 900 Megawatt.