Rom (AFP) — Einwohner und Besucher der süditalienischen Stadt Neapel haben sich über eine außergewöhnliche Mahlzeit freuen können: Bäcker verteilten überall in der Stadt kostenlos Brot. Die Berufsverbände wollten damit die Unterwanderung des neapolitanischen Bäckereigewerbes durch den Mafia-Clan Camorra anprangern. Das italienische Fernsehen zeigte Bilder, auf denen Bäcker auch dem örtlichen Polizeichef ein "Brot der Gesetzmäßigkeit" überreichten. Der stellvertretende Landwirtschaftsbeauftragte der Region, Francesco Emilio Borelli, kündigte die Veröffentlichung einer Liste mit kriminellen Bäckereien an und rief die Bürger auf, ihre Backwaren nur bei gesetzestreuen Händlern zu kaufen.
Die Camorra kontrolliert in Neapel weite Teile des Wirtschaftslebens. Nach einer im Oktober veröffentlichten Studie des Handels- und Unternehmerverbandes Confesercenti ist der Brothandel in der süditalienischen Stadt praktisch komplett in den Händen der Camorra. 2500 Bäckereien stehen demnach unter der Herrschaft des Mafia-Clans. Die "Agrar-Mafia" mache in ganz Italien jährlich rund 7,5 Milliarden Euro Umsatz.
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