Chiphersteller Qimonda streicht 600 Stellen in Dresden

Dresden (AFP) — Die angeschlagene Speicherchip-Tochter Qimonda des Halbleiterherstellers Infineon will in Dresden 600 von 3900 Jobs streichen. Der Arbeitsplatzabbau sei Teil eines weltweiten Sparprogramms, sagte eine Sprecherin des Unternehmens in Dresden und bestätigte damit einen Bericht der "Sächsischen Zeitung". Von dem Abbau seien 350 direkt bei Qimonda Beschäftigte und 250 Mitarbeiter von Leiharbeits- und Servicefirmen betroffen. Weltweit falle jede zehnte Stelle weg.

In Dresden soll es vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung Entlassungen geben. Die Stellen in der Produktion seien überwiegend sicher, sagte die Sprecherin. Das Unternehmen habe die Beschäftigten über das Intranet von den Plänen informiert. Einen konkreten Zeitplan für den Stellenabbau gebe es noch nicht. Der Konzern wolle jährlich 80 Millionen Euro weltweit einsparen.

Der Mutterkonzern Infineon hatte in Dresden bereits 250 Stellen von Leiharbeitern abgebaut. Das Qimonda-Geschäft hatte Infineon im abgelaufenen Quartal einen Milliardenverlust beschert. Die Speicherchip-Tochter leidet unter den niedrigen Chippreisen auf dem Weltmarkt. Der Halbleiterhersteller hatte angekündigt, Qimonda werde in den Bilanzen künftig als "nicht fortgeführte" Aktivität betrachtet. Damit will der Konzern die Trennung von der Speicherchip-Tochter weiter vorantreiben.

Der ebenfalls angeschlagene kalifornische Chip-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) mit 3000 Arbeitsplätzen in der Elbstadt hatte kürzlich ebenfalls Stellenstreichungen beschlossen. Befristete Arbeitsverträge und Leiharbeitsverträge sollen in Dresden nicht verlängert werden. Weltweit will der US-Konzern 1650 Stellen in den kommenden Monaten einsparen, das wäre jeder zehnte Arbeitsplatz.

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