Paris (AFP) — Mangel an dem Vitamin B9 kann einer neuen Studie zufolge das Altersdemenz-Risiko möglicherweise verdreifachen. Südkoreanische Wissenschaftler stellten eine enge Verbindung zwischen dem Wert des auch als Folat bekannten Vitamins und Demenzerkrankungen fest, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie im britischen Fachblatt "Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry" hervorgeht. Der Zusammenhang zwischen dem Beginn von Demenzerkrankungen und einem übermäßig starken Rückgang der Folatkonzentration sei signifikant, resümierten die Forscher unter Leitung von Jin Sang Yoon von der Chonnam-Universität im südkoreanischen Kwangju.
Dieser Zusammenhang bestehe auch dann, wenn andere Faktoren wie Alter, Behinderungen, Alkoholkonsum und Gewichtsveränderungen mit in die Bewertung einbezogen würden, heißt es in der Studie. Die Wissenschaftler hatten die Folat-Werte bei 518 älteren Menschen gemessen, die allesamt keine Demenz-Symptome zeigten, und die Entwicklung der Testpersonen über knapp zweieinhalb Jahre verfolgt. Nach Ablauf der Zeit waren 45 der Patienten an Demenz erkrankt, 34 von ihnen an Alzheimer.
Folat und die ebenfalls zum B9-Komplex gehörende Folsäure sind wichtig für die Zellerneuerung des Körpers. Vitamin B kommt in blattreichen Gemüsesorten wie Spinat oder Salat, in getrockneten Bohnen, Erbsen und einigen Früchten vor. Eine im vergangenen Jahr in "The Lancet" veröffentlichte Studie zeigte unter anderem eine Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses und der sprachlichen Fähigkeiten bei Menschen über 50, die täglich 800 Mikrogramm Folsäure einnahmen. Folsäure ist auch für Schwangere wichtig: Die Einnahme soll vor der Empfängnis und im ersten Schwangerschaftsdrittel das Ungeborene vor Hirn- und Rückenmarkserkrankungen schützen.
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