China plant Häuserbau und bittet das Ausland um Zelte
Peking (AFP) — Zur Versorgung der Obdachlosen nach dem verheerenden Erdbeben im Südwesten Chinas hat die Regierung den Bau einer Million Häuser angeordnet und das Ausland um 3,3 Millionen Zelte gebeten. Das Ministerium für Wohnungsbau habe lokale Behörden angewiesen, sofort mit der Errichtung von Leichtbauhäusern zu beginnen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. China änderte indes den Olympischen Fackellauf so, dass die Flamme erst kurz vor Beginn der Spiele durch die am stärksten vom Erdbeben betroffene Provinz Sichuan getragen wird.
Die Leichtbauhäuser sollen dem Bericht zufolge 20 Quadratmeter groß sein und bis zum 10. August fertiggestellt werden. Damit die Materialien der Häuser wieder verwertbar sind und die Gefahr für die Bewohner bei weiteren Beben nicht so groß, sollen zum Bau leichter Stahl und Sperrholz verwendet werden.
In den Unglücksgebieten werden zudem mehr als 3,3 Millionen Zelte für die Obdachlosen gebraucht. Peking bitte die Weltgemeinschaft um entsprechende Hilfe, sagte ein Außenministeriumssprecher. Bislang habe China bereits 150.000 Zelte aus dem Ausland erhalten. Zur Zeit leben die Obdachlosen in Notlagern. In der Stadt Mianyang beispielsweise campieren tausende Überlebende in einem Sportstadion und mehr als tausend Kinder werden in provisorischen Zeltschulen unterrichtet.
Nach neuen Angaben der Regierung wurden bei dem Beben mehr als 50.000 Menschen getötet. Bis Donnerstag seien 51.151 Tote gezählt worden, teilte die Regierung mit. Zudem würden noch immer fast 30.000 Menschen vermisst. Die Zahl der Verletzten wurde mit mehr als 288.000 angegeben. Zehn Tage nach dem Beben warnten die chinesischen Behörden zudem angesichts verrottender Leichen und Tierkadaver vor der Ausbreitung von Seuchen.
Wegen der Seuchengefahr kündigte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Entsendung eines Expertenteams an. Zudem würden für 130.000 Menschen Tabletten zur Säuberung von Wasser, Wasseraufbereitungsanlagen und Behelfstoiletten geliefert, teilte die Organisation in Peking mit.
Die Route des olympischen Fackellaufs wurde so geändert, dass die Flamme erst kurz vor Beginn der Sommerspiele am 8. August in Peking durch die Provinz Sichuan getragen wird. Das Feuer werde Sichuan am 3. August erreichen und dort drei Tage bleiben, hieß auf der Internetseite der Organisationskomitees.

