IG Metall und Arbeitgeber einigen sich bei Altersteilzeit

Stuttgart (AFP) — Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall haben ihren seit Monaten andauernden Streit um die Altersteilzeit beigelegt. Wie die IG Metall nach der achten Gesprächsrunde in in Sindelfingen mitteilte, einigten sich beide Seiten auf einen Tarifvertrag, der ab 2010 für die rund 800.000 Arbeitnehmer in Pilotbezirk Baden-Württemberg gelten soll. Darin wird festgelegt, dass in einem Betrieb bis zu vier Prozent der Beschäftigten einen Anspruch auf Altersteilzeit haben.

Nach Angaben von Südwestmetall gilt künftig für die Mitarbeiter der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie ein allgemeiner Anspruch auf Altersteilzeit von bis zu vier Jahren für 2,5 Prozent einer Belegschaft. Diese Beschäftigten müssen mindestens 61 Jahre alt sein und dem Betrieb seit mindestens zwölf Jahren angehören. In Unternehmen, "die Arbeitnehmer mit besonderen Belastungen beschäftigen", könne diese Quote auf bis zu vier Prozent ausgeweitet werden, teilte der Arbeitgeberverband mit. Voraussetzungen für eine in diesem Fall bis zu sechs Jahre lange Altersteilzeit ist neben einem Mindestalter von 57 Jahren eine Betriebszugehörigkeit von zwölf Jahren.

Mit dieser Vereinbarung seien die Anreize für Beschäftigte, "die 'einfach so' in Altersteilzeit wollten", reduziert worden, sagte der Vorsitzende von Südwestmetall, Jan Stefan Roell, nach der Einigung. IG-Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer betonte hingegen, dass die Arbeitgeber mit ihrem Versuch gescheitert seien, die Zahl der Anspruchsberechtigten "herunter zu definieren". Die Gewerkschaft habe ihr "wichtigstes Ziel" erreicht, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. Für die Metaller ist die Altersteilzeit wichtig, weil sie wegen der teilweise hohen körperlichen Belastung häufig nicht bis zum Rentenalter arbeiten können.

Die Verhandlungen waren nötig geworden, da Ende 2009 die bisher von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Altersteilzeit ausläuft. Dann müssen die Unternehmen selbst Vorruhestandsregelungen für ihre Belegschaften finanzieren. Die Gesamtkosten, die laut Südwestmetall rund 0,8 Prozent der Lohn- und Gehaltsumme betragen, sollen laut Tarifeinigung je zur Hälfte vom Arbeitgeber und der Belegschaft getragen werden. Die Arbeitnehmer hätten dafür kollektiv auf eine Lohnerhöhung um 0,4 Prozent für die Laufzeit des Tarifvertrags verzichtet.

Über das Ergebnis des nun gefundenen Abschlusses will am Donnerstag die Große Tarifkommission der IG Metall beraten.